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Der schlimmste Präsident seit Wolfgang Thierse

Nach zahlreichen kleineren Fehltritten (siehe hier oder hier) ist DFB-Präsident Theo Zwanziger nun am Höhepunkt der Peinlichkeiten angelangt. Zwanziger musste verkünden, dass die Vertragsverhandlungen mit Löw, Bierhoff und dem Rest der sportlichen Leitung bis auf weiteres vertagt wurden. Peinlich deshalb, weil Zwanziger im Dezember 2009 schon einen „Handschlagvertrag“ vermeldet hatte und jetzt immer noch keine Einigung in Sicht ist. Als Jurist sollte Zwanziger eigentlich wissen, was Verträge sind („In den vergangenen sechs Jahren hätten wir eigentlich keine Verträge gebraucht, das wurde einfach gelebt.“).

Dabei hat Zwanziger diese Situation mit einer ganzen Batterie von fragwürdigen Entscheidungen selbst heraufbeschworen. Zunächst hat der DFB-Präsident Matthias Sammer als DFB-Sportdirektor installiert und damit Löws Vorgänger und Intimus Klinsmann mit seinem Vorschlag Bernhard Peters kaltgestellt. Danach hat er Sammer aber nicht mit den nötigen Kompetenzen ausgestattet. Als Sportdirektor wäre er eigentlich für den gesamten Bereich der Nationalmannschaften zuständig, angefangen mit der Jugend über die U21 bis zur A-Nationalmannschaft. Die A-Nationalmannschaft hat man schon zu Beginn ausgeklammert. Die Kompetenz für die U21 ging nach heftigem Streit an Löw und Konsorten. Sammer blieb damit nur die Zuständigkeit für die Jugend. Nicht viel für einen „DFB-Sportdirektor“.

Auf der anderen Seite hat Zwanziger den Teammanager der Nationalmannschaft Oliver Bierhoff in das DFB-Präsidium geholt. Dabei ist der Posten des Teammanagers einer der überschätztesten Jobs in Fußballdeutschland. Eigentlich ist er damit nur für die Buchung der Hotels, Verteilung der Freikarten an die Spielerfrauen und Betreuung der Sponsoren zuständig. Zur Leistungsbeurteilung im Hinblick auf den letzten Punkt sei nur noch an die Vertragsverlängerung mit Ausrüster Adidas erinnert, die schiedsgerichtlich geklärt werden musste, nachdem Bierhoff versucht hatte, seinen langjährigen Partner Nike in Stellung zu bringen. Dass Bierhoff trotzdem im DFB-Präsidium sitzt, ist gewissermaßen als Folgefehler zu werten, weil man Sammer die logische Zuständigkeit für die Nationalmannschaft verweigerte.

Zwanziger hat in den letzten Jahren Bierhoff und Löw kontinuierlich stark gemacht. Dass diese jetzt ihre Stärke nutzen, um bei Vertragsverhandlungen Kompetenzen (Vetorecht für Bierhoff bei neuem Bundestrainer) und Geld (Einmalzahlung bei Vertragsabschluss) für sich und den Rest vom Trainerstab zu fordern, war vorhersehbar. Dass Zwanziger von dieser Situation überrascht wurde, könnte man als naiv bezeichnen. Dass er im Nachhinein die Verkündung der Vertragsverlängerung „nicht als Fehler bezeichnen“ will, ist hingegen einfach nur schwach.

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