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Pawlowsche Freuden: Tanzen bis der Speichel läuft

Sehr verehrte Freunde des spochtverbunden Vergnügens,

der feste Glaube an eine bestimmte Sache kann bekanntlich Berge versetzen. In Mainz glauben Mannschaft und Trainer des ortsansässigen Erstligaclubs seit geraumer Zeit an die den Teamgeist und das Zusammengehörigkeitsgefühl fördernde Kraft des Haka, Ausdruck jeglichen Tanzes der polynesischen Maori. In diesem Falle handelt es sich um eine spezielle Variante, den Kamate, der sich dank der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft bei Sportfreunden weltweit großer Beliebtheit erfreut.

Die Spieler der ‚All Blacks’ zelebrieren dieses Ritual vor jedem Match. Lautmalerisch und furchteinflößend stellen die ‚Krieger’ ihre Gegner vor Spielbeginn damit auf eine harte Probe. Eine ungeschriebene Gesetzmäßigkeit dieses heiligen Rituals zwingt den teilnahmslosen Beobachter, während des Haka stets festen Augenkontakt mit seinem tanzenden Gegenüber zu halten. Der Zuschauer bezeugt auf diese Weise nicht nur seinen zweifellos vorhandenen Mut, es handelt sich hierbei vor allen Dingen schlicht und ergreifend um eine Frage des Respekts. Die ganze Prozedur verläuft getreu dem Motto: wer zuerst wegschaut, der hat auch schon verloren.

Beeindruckt von derlei Pathos hat Jürgen Klopp seinen Mannen gemäß der Vereins- und Trikotfarbe vorgeschlagen, sie sollen sich künftig vor jedem Spiel in die ‚All Reds’ verwandeln. Gesagt, getan. Seitdem läuft im Mannschaftsbus vor jedem Spiel das Haka-Video. Vorsprung durch mentales Training sozusagen.

„Von da an“, sagt Klopp, „hieß es für alle: Wer das Mainzer Trikot anzieht, muß den Schalter umlegen, dann sind nur noch hundert Prozent erlaubt.“

Die Frage wie Horst Köppel seine Mannschaft mental auf Spiele einzustimmen pflegt, kann an dieser Stelle nicht abschließend beantwortet werden. Das der Übungsleiter ausgestopfte Adler an die Magnettafel pappt oder Totenköpfe neben die Aufstellung malt, um seine Spieler auf den Gegner vorzubereiten, darf allerdings bezweifelt werden. Den Schalter kann man normalerweise auch ohne Hokuspokus umlegen, wie letzte Woche, sogar in weißen Trikots.

Diese Woche empfehle ich für die Begegnung gegen Mainz trotz alledem zwingend die schwarzen Jerseys, rein prophylaktisch. Vielleicht schlottern den abstiegsbedrohten Mainzern ja auch schon vor dem Spiel die Knie. Einen Versuch wäre es jedenfalls wert. Wie es ausschaut, wenn entschlossene ‚All Blacks’ auf wagemutige ‚All Reds’ treffen, können geneigte Leser hier vorab schon einmal studieren.

Und obendrein gibt’s für die Busreise nach Mainz noch einen Anspieltip aus der Fohlenkommando - Filmredaktion: wir empfehlen an dieser Stelle die Highlights aus der 1. Vorrunde des UEFA-Cup 96/97. Borussia (in schwarzen Trikots) gegen Arsenal London (in roten Sweatern). Das Ergebnis dürfte hinlänglich bekannt sein. Wenn da nicht der Speichelfluß einsetzt, dann sollte schleunigst der nächste Arzt konsultiert werden.

Jürgen Klopp wird mit seinen Jungs vor der Partie wahrscheinlich auch wieder Video schauen, um Kraft der mentalen Stärke Berge zu versetzen. Wie gesagt, manchmal funktioniert das. Manchmal. Morgen hoffentlich nicht. Wenn dem so sein sollte, lieber Kloppo, sei nicht traurig. Es ist und bleibt trotzdem ein schönes Ritual.

Ach übrigens, für die Statistiker: die Kiwis (schwarz) haben Tonga (rot) in Brisbane 91:7 besiegt.

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