Spannende Bundesliga
Der graue Bereich um die schwarze Linie zeigt die Standardabweichung pro Platz nach oben und unten, also eine simple Form von Konfidenzintervall. Interessant sind also die Bereiche, bei denen die rote Kurve außerhalb des grauen Bereichs verläuft.
Was lässt sich erkennen? Zunächst erscheint die rote Kurve "stufiger". Im Durchschnitt der letzten Jahre war der erste der Tabelle tatsächlich schon weiter enteilt mit rund 4 Punkten Vorsprung. Eklatant ist der Abstand zwischen dem vierten und fünften der Tabelle, der acht Punkte beträgt. Aber auch der Abstand zwischen dem 6. und 8. Platz ist mit sieben Punkten ungewöhnlich groß. Es scheint sich hier eine Drei-Klassen-Gesellschaft herauszubilden: die ersten vier sind weit enteilt, die EL-Plätze werden unter den drei nachfolgenden Mannschaften ausgemacht und die restlichen elf Mannschaften spielen um den Klassenerhalt.
Noch ist es natürlich zu früh, um solch weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen. Die allgemeine Abstiegsgefahr wird aber auch zusätzlich durch die gestrichelte Linie in der Grafik verdeutlicht. Erreicht man diese Grenze, ist man auf Kurs, die magischen 40 Punkte zu erreichen, die den Klassenerhalt sichern (also (40 x 19)/34) ≈ 22.35). Während also im Durchschnitt der letzten Jahre der elfte Platz diese Grenze am 19. Spieltag überschritten hatte, ist es in diesem Jahr gerade der achte (punktgleich mit dem neunten), der sich (einigermaßen) sicher fühlen kann.
Während es für den Kampf an der Spitze also Spannung verspricht, ist die Kehrseite der Medaille unter Umständen eine Segmentierung der Liga; wenn mehrere Mannschaften vorne weg marschieren, muss es das Gegenstück dazu im unteren Teil der Tabelle geben. Noch ist es zu früh, doch wenn sich dieser Trend verfestigen sollte, könnte die Bundesliga sich mehr den englischen oder spanischen Verhältnissen angleichen.
englische Verhältnisse wären ja ok, solange wir unter den Big Four sind ;)
Ansonsten, schöne Grafik!
Leserbrief von Markus Kriel | 12:16
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