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Neues aus dem Gästeblog (15.KW)

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit...“

Borussia steht in der Tabelle endlich wieder vor Hoffenheim! Ich habe, meine sehr verehrten Leserinnen und Leser, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Fußballfans, ein komplett indifferentes Verhältnis zur Plastikelf aus dem Kraichgau. Die Haltung ist überwiegend meiner Meinung geschuldet, nirgendwo würden sich Fans einem großzügigen Geldonkel verweigern, der bereitwillig die Schatulle öffnet und die Heimatregion unterstützt und fördert. Sollte sich ein Mönchengladbacher Milliardär, sofern es einen gibt oder gäbe, dereinst an seine große Liebe Borussia erinnern und Michi Frontzeck einen Lionel Messi spendieren, man wäre wahrscheinlich verzückt und jegliche, dereinst geäußerte, Kritik an Dietmar Hopp prompt vergessen. Sollen sie doch. Wer kann, der kann. Nicht zu vergleichen, jaulen die Kulturpessimisten dann im Chor, denn andere Vereine gehörten schließlich in die Bundesliga, hätten wenigstens Tradition auf die es sich zu berufen gilt, also genau jene Tradition, die bei der TSG erst nachträglich erzeugt und/oder (v)erklärt werden mußte. Das ist nicht ganz unproblematisch, denn wenn man den Duden zur Hand nimmt und nachschlägt, dann wird schnell klar: An Tradition mangelt es in Hoffenheim tatsächlich nicht. Beim dortigen Dorfsportverein werden sie die ureigenen Gepflogenheiten und die Vereinshistorie ebenso schätzen, pflegen, tradieren, etc. wie anderswo auch; Gefühlsduselei und deutsche Vereinsmeierei inklusive findet sich sowohl beim DFB alsauch in der Kreisklasse. Die Größe des Maßstabs ist nicht ausschlaggebend. Es mangelt auch nicht an Legitimität, denn wer sich sportlich qualifiziert, der ist nun mal dabei, ob geliebt oder gebraucht, ganz egal. Nein, was Hoffenheim fehlt ist etwas ganz anderes. Es fehlt die große Historie, die Zweit- oder Erstligageschichte. Historische Titel und Schlachten in Schwarz und weiß. Es fehlen die bekannten Gesichter, Spieler- und Trainerpersönlichkeiten, legendäre Präsidenten. Und weil es das alles nicht gibt, gibt es auch keinen Grund, Fan dieses Klubs zu sein. Niemand wird z.B. sagen können, damals, in der DDR, da habe ich heimlich im Westfernsehen einen unvergeßlichen Europapokaltriumph der TSG gesehen und war danach infiziert. Es sei denn, sie kommen aus Hoffenheim oder der unmittelbaren Umgebung. Möglicherweise haben Ihr Vater, Ihr Onkel oder Sie selbst dort das Fußballspielen gelernt. Ansonsten ist Ihr Fußballherz bereits an einen anderen Klub verloren, an den SV Waldhof, den VFR Mannheim, an den KSC, den VFB, an Lautern, Frankfurt, den 1. FC Pforzheim oder an wen auch immer. Oder sind Sie einfach ein gnadenloser Opportunist, vor kurzem gekommen, um schönen Fußball zu sehen? Letzteres wäre nicht in Gänze auszuschließen, so groß ist Hoffenheim nun mal nicht. Aber dann, liebe Pessimisten, kann einem das ganze Brimborium in der Rhein-Neckar-Region egal sein, wie sich gerade zeigt. Der Fußball, und ebenso wir Snobs, müssen die Emporkömmlinge aushalten, alles andere wäre ja auch langweilig. Manche Phänomene aber, die erledigen sich irgendwann ganz alleine von selbst. Schon mangels Interesse.

Gastkolumnist Dr. Theo Soph pfeift Montags beim FohlenKommandO die neue Woche an

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