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Mehr als die Summe der einzelnen Teile

Die Diskussion um die Teilnahme des Stürmers Kuranyi bei der WM zeigt wieder einmal, dass die meisten Beobachter der Bundesliga nicht so richtig wissen, wie eine Mannschaft funktioniert. Ich muss zugeben, ich weiß nicht so recht, ob Kuranyi neben Kießling bei der WM spielen sollte, oder Klose mit Kießling und Podolski dahinter, oder vielleicht Cacau ganz alleine. Aber eins weiß ich ganz genau: die Entscheidung, welche Elf aufgeboten werden soll, kann nicht (ausschließlich) von der Saisonform abhängig sein, die sich in geschossenen Toren und/oder Kickernoten wiederspiegelt. Der naive Weg, die beste Mannschaft zu finden, wäre wohl, die momentan besten Spieler mit deutschem Pass aufzustellen. Machen wir es uns ganz einfach und suchen die 10 Spieler der Bundesliga, die demnach neben Ballack nach Kickernoten in einem idealtypischen 4-4-2 spielen sollten (Stand 30. Spieltag):




Jansen wird vom Kicker immer noch als Verteidiger geführt, so dass seine Position auch wegen seiner Verletzungsanfälligkeit wohl wenig plausibel erscheint. Jedoch: auch so wird diese Mannschaft wohl nie so zusammen spielen.

Dieser naive Ansatz zeigt, dass die Diskussion um einzelne Spieler wenig zielführend ist, wenn man eine funktionierende Mannschaft aufstellen will. Jeder Spieler, wenn man mal vom allerhöchsten Niveau absieht, hat eine andere Auswirkung auf die Mannschaft, wenn er mit anderen Spielern zusammenspielt oder gegen andere Mannschaften antritt. Beispiel Marko Marin: zu Gladbacher Zeiten war ein Trainer Luhukay, der eine überlegene Zweitligamannschaft coachte, gut beraten, die individuelle Klasse eines Marins voll auszuspielen. Der Gegner war nie so stark, dass sich ein eher offensiv ausgerichtetes Mittelfeld negativ auf das gesamte Abwehrverhalten der Mannschaft ausgewirkt hätte. Für einen Trainer Meyer, der eine heillos unterlegene Gladbacher Mannschaft im Abstiegskampf unter sich hatte, konnte ein Spieler wie Marin, der ausschließlich offensiv denkt und kann, die ganze Balance durcheinander bringen. (Abgesehen davon bin ich auch der Meinung, dass Schaaf in Bremen meist zu offensiv spielt: mit Marin, Özil und Hunt brauchst du bessere Sechser als Bargfrede oder Frings oder Borowski, um die Abwehr dahinter nicht dauernd ins Schwimmen zu bringen.)

Es stimmt natürlich, dass diese Überlegungen vielleicht sogar weniger für einen Stürmer als einen Mittelfeldspieler gelten. Jedoch: es kann für Löw gute Gründe geben, Klose statt Kuranyi oder Kießling spielen zu lassen, wenn sie besser in das Gesamtkonzept passen.

Dies soll nicht darüber hinweg täuschen, dass Löw offensichtlich Fehler macht. Auf der einen Seite ist es löblich und gut, junge Talente schnell zu Testspielen einzuladen; auf der anderen Seite ist es unverständlich, warum dies für manche (Compper, Beck, Tasci) so viel früher passiert und einfacher geht als für andere (Hummels, Höwedes). Geographische Vorlieben als Erklärung anzubieten, wäre wohl zu simpel. Oder?


Wenn ich keine Tomaten auf den Augen habe, ist das Spielsystem in dieser Aufstellung kein 4-4-2, sondern ein 4-5-2 - das dürfte Ärger geben.
Die nach Spielerqualitäten, Leistung dieser Saison und auch nach taktischer Ausgewogenheit beste Aufstellung wäre meiner Meinung nach die hier:

--------------Wiese--------------
-Lahm-Mertesacker-Hummels-Jansen-
------Ballack-Schweinsteiger-----
---Müller-----------------Özil---
---------Kießling--Kuranyi-------

Danke für den Hinweis! Wollte ich eine lahme Entschuldigung suchen, würde ich anführen, dass es ein Test der Aufmerksamkeit unserer Leser war. War es aber nicht, zumindest nicht wissentlich.

Ich glaube aber, dass die Kernaussauge des Artikels nicht berührt wird.

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