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Fußball und Mathematik

Auch wenn Karl-Heinz Rummenigge völlig zutreffend in seiner gewohnt souveränen Art erklärt hat, dass Fußball keine Mathematik sei, geht es ganz ohne Rechenkünste dann doch nicht. Am Ende der Saison zählen Punkte und Tabellenplätze und die werden bekanntlich nach den Grundregeln der Mathematik vergeben.

Wenn man die Abschlusstabelle der Saison 2007/08 mit den durchschnittlichen Punkten für jeden Tabellenplatz der letzten zehn Jahre vergleicht fällt auf, dass die abgelaufene Saison in gewisser Weise den Durchschnitt widerspiegelt: Wie auch schon (durchschnittlich) die letzten zehn Jahre galt auch diesmal wieder: Wer mindestens 70 Punkte holt wird Meister, wer mit den Punkten in den 60ern ist, qualifiziert sich für die Champions League, 54 bis 59 Punkte reichen für den UEFA Cup und wer keine 34 Punkte holt, steigt ab. Auch die Summe der erzielten Punkte, die aufgrund der Drei-Punkte-Regel ja variiert, ist mit 840 ebenfalls durchschnittlich (839,7).

Dieser Umstand bringt uns in die beneidenswerte Situation, auf Grundlage dieser Daten, die Leistungen der einzelnen Trainer mit seinen Mannschaften objektiv miteinander vergleichen zu können. Die offizielle Tabelle hilft dabei nur eingeschränkt weiter, das beispielsweise der FC Bayern München die Saison unter ganz anderen Voraussetzungen bestreitet als zum Beispiel der MSV Duisburg.

Um einen wenigstens annähernd objektiven Vergleich durchführen zu können, muss man die die Ergebnisse mit der Leistungsfähigkeit der Mannschaft in ein Verhältnis setzen. Dazu hat der FohlenKommandO-Sachverständigenrat bereits vor der Saison eine Tabelle über die Stärken der Mannschaft erstellt (siehe unten, Stärkentabelle/Platz). Für jeden Platz wurde anhand der Bundesligaabschlusstabellen der letzten zehn Jahre die durchschnittlich erzielte Punktzahl ermittelt (Stärkentabelle/Punkte). Der Vizemeister holte so durchschnittlich in den letzten Jahren 66,1 Punkte. Werder Bremen, die von sachkundiger Stelle als zweitstärkste Mannschaft eingestuft wurden haben tatsächlich die Saison mit 66 Punkten auf dem zweiten Platz abgeschlossen. So wurde Werder Bremen als zweitstärkste Mannschaft eingeordnet Bildet man die Differenz zwischen den tatsächlich erzielten Punkten und den Punkten, die aufgrund der Stärke hätten durchschnittlich erzielt werden können und erstellt aus diesem Ergebnis eine Tabelle, kommt man zu folgendem Ergebnis:




Abschlusstabelle


Stärkentabelle


Differenz




Platz

Punkte


Platz

Punkte


Platz

Punkte

1

Cottbus


14

36


18

24.5


4

11.5

2

Wolfsburg


5

54


9

45.5


4

8.5

3

Schalke


3

64


4

58.1


1

5.9

4

Hannover


8

49


10

43.9


2

5.1

5

Frankfurt


9

46


11

41.3


2

4.7

6

Bochum


12

41


15

36.4


3

4.6

7

Karlsruhe


11

43


13

39,0


2

4,0

8

Berlin


10

44


12

40.5


2

3.5

9

München


1

76


1

73.1


0

2.9

10

Hamburg


4

54


6

52.8


2

1.2

11

Bremen


2

66


2

66.1


0

-0.1

12

Rostock


17

30


17

30.9


0

-0.9

13

Bielefeld


15

34


14

37.7


-1

-3.7

14

Leverkusen


7

51


5

54.9


-2

-3.9

15

Duisburg


18

29


16

33.8


-2

-4.8

16

Dortmund


13

40


7

50.4


-6

-10.4

17

Stuttgart


6

52


3

62.7


-3

-10.7

18

Nürnberg


16

31


8

48.1


-8

-17.1


Energie Cottbus hat demnach 11,5 Punkte mehr geholt, als dies vor der Saison aufgrund der Mannschaftsstärke erwartet wurde. Dies ist das beste Ergebnis aller Bundesligisten, was beudeutet, dass Cottbus gemessen an der Ausgangssituation die beste Saison aller Bundesligisten gespielt hat. Der 1. FC Nürnberg hätte mit seinem Spielermaterial nach sachkundiger Meinung 48,1 Punkte erzielen könne. Es reichte aber nur für 31. Eine Differenz von -17,1 Punkten ist der schlechteste Wert aller Mannschaften.

Bezeichnenderweise haben sowohl Cottbus als auch Nürnberg den Trainer gewechselt. Nachdem Petrick Sander 2 Punkte in 6 Spielen (0,33 im Schnitt) holte, machte es Bojan Prašnikar mit 34 Punkten aus 27 Spielen (durchschnittlich 1,26) ungleich besser. Dazwischen lag eine Niederlage von Interimscoach Heiko Weber. Erwartet wurde nur ein Schnitt von 0,72 Punkten pro Spiel.

In Nürnberg hätte man durchschnittlich 1,41 Punkte erzielen müssen um auf die errechneten 48 Punkte zu kommen. Hans Meyer schaffte nur 0,84 im Schnitt (19 Spiele, 16 Punkte) und auch Thomas von Heesen blieb mit einem Punkt pro Spiel (15 Punkte aus 15 Spielen) unter dieser Marke. Zu bemerken ist, dass dies hochgerechnet auf die gesamte Saison 34 Punkte bedeutet hätte, was in der Regel auch nicht zum Klassenerhalt reicht.

Zugegeben sei, dass bei dieser Betrachtung einige Aspekte wie Verletzungen, Doppelbelastungen, Wintertransfers und Eigenheiten des Spielplans außer acht bleiben müssen. Dennoch wird deutlich, dass Vereine wie Cottbus und Wolfsburg eine sehr erfolgreiche Saison gespielt haben, während Dortmund, Stuttgart und Nürnberg enttäuschten.

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