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Die schönsten Fußballerkrankheiten - Folge 1: Fußpilz

Am vergangenen Samstag im Eröffnungsspiel der EM 2008 hat es den Schweizer Alexander Frei getroffen. Sein Innenband im linken Knie war einfach schwächer als das robuste rechte Bein des Tschechen Grygera. Diagnose: Definitives EM-Aus und obendrein eine längere Spielpause. Spochtskamerad Frei weinte bitterlich, das Nachbarland Schweiz bangte kollektiv, das fleischgewordene Kulissenfüllfutter Urs Meier stammelte irgendwas, Heimtrainer Klopp verzweifelte öffentlich und Dampfplauderer Kerner schwadronierte über eben jenen kaputten Muskel. Ein gerissenes Band wird außerhalb eines medizinischen Seminars zur abendfüllenden Unterhaltung. Toll! Das FohlenKommandO nimmt diese schwerwiegende Verletzung des bemitleidenswerten Nati-Kapitäns daher zum Anlaß, den populärsten Fußballerblessuren nun eine eigene Reihe zu widmen. Das FohlenKommandO präsentiert daher: Die schönsten Fußballerkrankheiten.

Allerdings starten wir ganz romantisch mit der wunderbaren tinea pedis, dem gemeinen Fußpilz also, weltweit in Umkleidekabinen berühmt berüchtigt und unter der international geläufigen Bezeichnung "athlete's foot" bekannt, mitsamt seiner kleinen Schwester, dem ebenso gemeinen Nagelpilz, lat. tinea unguium (Fotos gibt's für Hartgesottene übrigens hier). Bei den Hautpilzkrankheiten, so verrät uns der Brockhaus, sogenannten Dermatomykosen, handelt es sich um Erkrankungen der Haut, Haare und Nägel, in der Regel hervorgerufen durch Dermatophyten der Gattungen Trichophyton, Microsporon, Epidermophyton und Hefen der Gattung Candida. Die Pilze gelangen von außen auf die Haut und können von Mensch zu Mensch, von Haustieren auf den Menschen oder durch Berührung infizierter Gegenstände (Handtücher, Badematten, Kleidungsstücke) übertragen werden. Am besten gedeihen sie in feuchtwarmer Umgebung und wachsen deshalb vor allem auf Hautbereichen, die häufig schweißbedeckt sind oder länger feucht bleiben (Achselhöhle, Analfalte, Finger- und Zehenzwischenräume); die Behandlung wird entsprechend dem Erreger und der Ausdehnung des Hautbefunds mit lokal oder systemisch wirksamen Antimykotika durchgeführt. (vgl. auch Harald Schmidt, aus: Schmidtgift - "Mykologie, die Lehre von den niederen Pilzen, nicht zu verwechseln mit Mythologie.")

Studien zufolge leiden ca. 60% der Bundesligaprofis an Fußpilz. Eine Untersuchung an 144 Bundesliga-Erstligisten von 2001 ergab zudem eine Befallsrate mit Nagelpilz von 43%. "Ständige Richtungswechsel beim Laufen, Ballstoppen und Weiterleiten, verschwitzte und enge Schuhe sowie gemeinsam benutzte Umkleideräume und Duschen bieten den perfekten Nährboden", so Prof. Hans-Jürgen Tietz vom Institut für Pilzkrankheiten in Berlin. Meist sind es kleine Risse in der Haut - so genannte Miniläsionen -, die der Betroffene kaum wahrnimmt. Hinzu kommen Blutergüsse sowie Deformationen und Beschädigungen an den Nägeln als typische "Schussverletzungen". Diese treten besonders an den oberen und seitlichen Nägelrändern der Großzehen auf. Die Verletzungen der äußeren Hautbarriere und der Zehennägel sorgen dafür, daß die Pilzerreger eindringen können und eine Fuß- oder Nagelpilzinfektion ihren Lauf nimmt. (Quelle: Lifeline - medizin im internet) Neueren Meldungen zufolge liegt die Zahl der betroffenen Profis sogar noch deutlich höher. In diversen Quellen ist mitunter von akutem Fußpilzbefall jedes zweiten Kickers im Profibereich zu lesen. Durch neumodische Taktiken wie Viererkette, Nolookpass oder Steffensimon wird das Problem aggraviert, vielleicht sogar abgemildert. Schockierend und tragisch zugleich! Mehr Informationen finden Sie möglicherweise, wenn Sie in dieser zufällig gefundenen Dissertation blättern.

Können Sie sich noch an Herthas Brasilianer Alex Alves erinnern? Nein? Vielleicht? Doch, eher schon? Aber warum eigentlich? Vielleicht wegen der geschätzten 130.000 € Geldstrafe die er in knapp drei Jahren an den Verein zahlte? (alleine 50.000 Kröten wegen vereinsschädigenden Verhaltens durch dreimaliges Fahren ohne Fahrerlaubnis inklusive überhöhter Geschwindigkeit) Oder ist Ihnen möglicherweise sein "Tor des Jahres 2000" gegen den 1.FC Köln im Gedächtnis geblieben, die spektaluräre Bude (52,10 m) aus dem Mittelkreis? Kann schon sein, aber wahrscheinlich erinnern Sie sich eben eher an Herrn Alves do Nascimento, weil dieser aufgrund einer Wundrose infolge seines unbehandelten und verschleppten Fußpilzes sogar operiert werden mußte und mehrere Wochen ausfiel. Sie sehen, Fußpilz ist nicht nur unangenehm, er ist auch gefährlich. Zeit also, dem Pilzbefall im Profisportbereich den Kampf anzusagen, so wie es z.B. der von uns verehrte Trainerfuchs und Trendsetter Hans Meyer vorgelebt hat. Genau der Hans Meyer, der laut Interview der Berliner Zeitung mit der Hautärztin Prof. Dr. med. Maria Zabel zu diesem Thema, nicht nur in Berlin, sondern auch schon zu Gladbacher Zeiten den Pilz bekämpfte. ("Der Meyer war sehr interessiert. Er hat gesagt: Die Spieler müssen es nicht im Kopf haben, sondern in den Füßen.") Richtig! Leider können wir uns aber nicht vom großartigen Hans Meyer trainieren, geschweige denn von eigens bezahlten Vereinsangestellten täglich die Füße inspizieren und fachmännisch behandeln lassen. Wir sind schließlich nur arme Redakteure und Hobbysportler mit AOK-Karte. Da ist guter Rat teuer! Oder?

Mitnichten! Für alle Fußpilzgeschädigten hat die Novartis Consumer Health GmbH ein Produkt parat, dass eigentlich keine Wünsche offen lassen sollte. Lamisil heißt die wirklich bahnbrechende Innovation in der Behandlung von Fußpilz. Nur ein einziges Mal auftragen reicht - und der Fußpilz wird bekämpft. Das bedeutet, Schluss mit dem wochenlangen, täglichen Schmieren! (Ob es bei Pilzen in anderen o.g. Körperregionen auch so schnell wuppt, fragen Sie mal besser keinen Apotheker, sonst weiß bald die Vermieterin über Ihr Malheur Bescheid!) Aber damit nicht genug. Die Pharmazeuten haben sich zusätzlich noch einen anderen Leckerbissen für den Fußballer von Format ausgedacht. Sie stellen 20.000 Euro für die Renovierung Deutschlands baufälligster Umkleidekabine zur Verfügung. Das Casting findet unter http://www.neue-kabine.de/ statt und um die Präsidenten und Platzwarte der betroffenen Vereine auch gleich persönlich anzusprechen, läuft die Aktion unter dem Schlagwort "We pimp your Umkleide!".


Das kommt raus, wenn man Fußballer in der Sommerpause zu Fototerminen bittet: nur einer guckt in die Kamera

Jetzt wird sich der interessierte Leser in doppelter Hinsicht fragen: Warum tun die das? Also warum gibt Lamisil Unmengen an Geld aus, um den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen? Schließlich bedeuten frisch renovierte Kabinen weniger Fußpilz und damit weniger Umsatz für Herrn und Frau Lamisil. Und warum berichtet gerade das ansonsten total werbefreie FohlenKommandO über diese Aktion, die ja zudem noch nicht mal von der großartigen Tine Wittler moderiert wird? Auf die erste Frage hat das FohlenKommandO selbst keine Antwort. Die Motive des FohlenKommandO sind dagegen so einfach wie der Fußball selbst. Für die kleine Werbeaktion unsererseits gibt es im Gegenzug jede Menge tollen Merchandise der Kiez-Kicker und Unmengen Bier für uns frei Haus! Fotos von unseren grandiosen Prämien schießen wir beizeiten gerne nach. Sie sehen: eine absolute Win-win-Situation. Sie klicken einfach auf den Link, schauen sich die Aktion in aller Ruhe an, kriegen mit etwas Glück dann endlich mal die Dusche saniert und wir denken uns dafür in unseren schmucken neuen St. Pauli-Trikots bei kühlem Freibier feine, neue Aktionen und Artikel für unsere Leserschaft aus.

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