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Favre und die Medien

Nun ist also das eingetreten, auf das man sich in stillen Momenten im Sommer schon vorbereitet hatte. Borussia hat an der Umstrukturierung der Mannschaft und der europäischen Herausforderung kräftig zu knabbern. Dass Reus nicht zu ersetzen wäre und dass damit eine Umstellung des Spiels erfolgen musste, stand schon länger fest. Nun scheint es so, dass gerade der Unscheinbarste der Abgänge, Roman Neustädter, das größte Loch gerissen hat. Neustädter konnte den Zuschauer zur Weißglut treiben mit seinem trägen Spiel nach vorne, aber er hielt nach hinten den Laden zusammen. Das konnte man sich auch in den meisten Spielen erlauben, da die Offensivabteilung mit Reus, Arango, Hanke und Herrmann kongenial funktionierte. Aber auch schon in der Rückrunde der letzten Saison gab es Spiele, in denen das ineffektiv war und der fehlende Impuls der Sechster auffiel. In diesem Sinne - und das ist wichtig zu verstehen - hätte eine Weiterentwicklung des Spiels auch bei einem Verbleib von Reus stattfinden müssen.

Die Umstrukturierung der Mannschaft ist das eine und ich habe großes Vertrauen in die sportliche Leitung, dass dies früher oder später funktionieren wird.

In der Bundesliga ist aber entscheidend, wie man sich in den Medien verkauft und gewisse Mechanismen der Presse können negative Effekte auf das Sportliche haben. Hier fällt mehr und mehr auf, wie unprofessionell Favre mit der Presse umgeht. Favre hat die Angewohnheit, sofort nach Spielen umfangreiche und detaillierte Analysen der Probleme kundzutun. Das ist interessant und macht ihn einzigartig, doch er sollte sich darüber im Klaren sein, was das bei den zuhörenden Journalisten bewirkt. Wenn er nach dem Kiev-Spiel analysiert, dass die vorhandenen Stürmer zu ähnlich seien, macht die versammelte Presse von Bild und Rheinischer Post daraus eine Kritik an Eberl, der für den Kauf verantwortlich ist. Seine Taktikkritzeleien auf Papierservietten sind den Journalisten immer ein paar augenzwinkernde Anekdötchen wert, sind aber im Grunde doch Perlen vor die Säue. Man kann nicht wirklich glauben, dass die Journalisten in der Pressekonferenz sich erstens wirklich dafür interessieren, noch dass sie es verstehen.

Jetzt ist Favre schon soweit, dass er die Einstellung der Spieler im Fernsehen kritisiert, was natürlich ein gefundenes Fressen für die begleitenden Chronisten ist. Wie man es richtig macht, hat Hitzfeld jahrelang beim FC Bayern bewiesen. Stoisch hat er in jedem Statement darauf hingewiesen, man müsse "kompakt stehen". Damit sagte er natürlich nichts wirklich, aber das musste er auch nicht. Es reicht doch, dass man den Anschein kreiert, sich um die Presse zu kümmern. Die taktischen Feinheiten kann er ja mal in einem ruhigen Moment mit den Jungs von spielverlagerung.de besprechen.

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