« zurück zur Hauptseite | zum vorherigen Beitrag » | zum vorherigen Beitrag » | zum vorherigen Beitrag » | zum vorherigen Beitrag » | zum vorherigen Beitrag » | zum vorherigen Beitrag » | zum vorherigen Beitrag » | zum vorherigen Beitrag » | zum vorherigen Beitrag » | zum vorherigen Beitrag »

Relegationsspiele

Im Zusammenhang mit den Geschehnissen beim gestrigen Relegationsspiel wird hier und da auch pauschal eine Abschaffung derselben gefordert. Es scheint, dass bei vielen Fans sich die Idee eingebrannt hat, dass 3 Absteiger (und damit auch Aufsteiger) "gerecht" seien. Ist das so? Was ist ein Vergleichsmaßstab, der gerade 3 von 18 Vereinen absteigen lassen soll? Mir scheint, dass das eher aus Gewohnheit geschieht als aus irgendeiner Überlegung. Jede Zahl wäre natürlich willkürlich, aber ein Vergleich sowohl dazu, wie es früher in der Bundesliga war als auch wie es in anderen Ligen ist, erscheint hilfreich.

Interessant ist, dass es von 1964 bis 1974 in der Bundesliga nur zwei Absteiger bei 18 Vereinen gab. Von 74 bis 82 gab es drei Absteiger und danach bis 1991 zwei direkte Absteiger und die Relegation, die 91 abgeschafft und 2008 wieder eingeführt wurde. Über die Zeit haben wir also eine Wellenentwicklung, Perioden in denen es vergleichsweise einfacher ist abzusteigen wechseln sich ab mit Perioden, in denen es schwieriger ist.

In anderen großen europäischen Ligen in Italien, Frankreich, Spanien und England gibt es jeweils drei Absteiger bei 20 Mannschaften. In diesen Ligen steigen also 15% der Teilnehmer ab. In Deutschland waren es bis 2008 knapp 17%. Nach Wiedereinführung der Relegation ist diese Zahl gesunken auf eine Bandbreite von 11% (zwei Absteiger) bis 17%. Es macht Sinn, die Wahrscheinlichkeit, dass er Erstligist die Relegation für sich entscheidet, ein wenig höher einzuschätzen. Nehmen wir an (absolut willkürlich natürlich), die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg des Erstligisten wäre 2/3, dann würden in der Erwartung ein bisschen weniger als 15% der Teilnehmer absteigen.

Das bedeutet schlicht und ergreifend, dass die Bundesliga mit der Relegation sich ganz einfach den europäischen Begebenheiten angepasst hat. Man kann davon halten, was man will. Wirtschaftlich gesehen kann es Sinn machen, die Gefahr abzusteigen allgemein zu verringern, um Investitionen der Vereine ein wenig sicherer zu machen. Die Kunst ist es, die richtige Abwägung zwischen Sicherheit und Spannung zu finden. In den amerikanischen Sportligen geht man in ein Extrem (keine Abstiege, dafür Playoffs, die Spannung generieren). Die verschiedenen Reformen über die Jahre zeigen, dass man lange auf der Suche sein kann, die richtige Abwägung zu finden. Oder sie ändert sich mit den Präferenzen der Beteiligten über die Zeit.

Links zu diesem Artikel

Link erstellen