30.11.08

Kurze Frage, Patrick Paauwe,

glauben Sie eigentlich wirklich, dass es besonders sinnvoll war, abermals die Hand zu heben und Richtung Mittelkreis zu gehen, wenn der Cottbusser Sportsfreund Iliev gerade drauf und dran ist, den Tabellenletzten im Borussia-Park in Front zu schießen; insbesondere weil der Linienrichter bereits auf das erste Handheben schon nicht reagiert hat und Sie der letzte Verteidiger waren, der Herrn Iliev noch den Weg hätte abschneiden können?

28.11.08

wtf?

gefunden beim Stadtmagazin


Was, verehrtester Andreas Plum, bitte ist eine Revange? Die Backe eines Rehs? Eine neue "Choreo"? Eine willkürliche Aneinanderreihung von Buchstaben, wie uns das auch schon mal nach dem Genuss schlechter Pilze glückt?

Bitte um Aufklärung, schließlich sind wir noch größere Klugscheißer als Bastian Sick.

26.11.08

Auswärtsstark (18)





In unregelmäßgen Abständen berichten die Schreiberlinge des FohlenKommandO über ihre Groundhopper-Erlebnisse aus anderen Ligen, anderen Ländern. Heute: Deutschland - England, Länderspiel, 19.11.2008, Olympia-Stadion, Berlin


The beautiful game

Der Lad (engl. für Bursche, Jüngling, Kerl, Knabe) an sich ist ein seltsames Wesen. Er trägt einen Kurzhaarschnitt, ein Hemd (manchmal kariert), das ihm aus der Hose hängt, Jeans, weiße Turnschuhe und selten Farben. Und er kommt mit seinen 7999 Lad-Kollegen an einem kalten verregneten Novembermittwoch von der Insel nach Berlin, um ein Spiel zu sehen, das seine Vorfahren zwar erfunden, aber irgendwie verlernt haben. Nicht verwunderlich, dass englische Nationalspieler eher als Trunkenbolde (Gascoigne), Metrosexuelle (Beckham) oder Freaks (Crouch) Berühmtheit erlangten. Aber das sind ja im Grund auch nur Lads.

Auch Fußballfans begehen hin und wieder Stil-faux-pas.

Sicher, es war der Klassiker: Deutschland-England, Mutter aller Spiele. Und dazu ein Sieg bei den Krauts. Berechtigte Freude, denn dieser Auswärtssieg zählt doppelt, auch wenn er nicht so grandios wie das 5:1 in München vor sieben Jahren ausgefiel. Den Lads war das egal. Sie rechneten in der Südwestkurve des Berliner Olympiastadion, das einst für Nazi-Olympia erbaut wurde, den „Ten German Bombers“-Song von 10 bis 0 durch – und bewiesen damit ihren Sinn für historische Zusammenhänge! Catenaccio-Capello hatte sein Team ohne Stars passend zum Soundtrack der Lads ordentlich in Stellung gebracht. Deutschland fand auf dem Platz eigentlich nie statt.

video
Dieser Besucher zeigt seine Abneigung gegen die Musikauswahl. Stimmt ja auch, die neue Dido hätte gereicht.

Stimmung kam deshalb erst auf als der komplett erschienene Hertha-Block an seinem angestammten Platz in der Ostkurve anfing, seine unreifen Schlachtgesänge anzustimmen. Dies wiederum bewog die richtigen Fans vom geilsten Klub der Welt (Deutschland), die Hertha-Fans zurecht zuweisen. Als die Hauptstadtklubanhänger dann auch noch eine völlig armselige „Welle“ in die Nullatmosphäre einspeisen wollten, wendete sich auch der letzte Stadionbesucher peinlich berührt ab. So gingen nicht nur wegen des späten 2:1 durch Terry viele der 70.000 früher. „Nothin' lasts forever, even cold November rain“ wie es Guns´n Roses ausgedrückt hätten.


Krass! Die Jacke von dem Typen rechts hab ich auch. Sachen gibts!

„Thank you for inventing the beautiful game.“ hatten die deutschen den englischen Lads auf ein Transparent an der Gegengeraden geschrieben. Nichts zu danken!

A.B.



Bisher in dieser Reihe erschienen:
Auswärtsstark (17): Georgien - Irland
Auswärtsstark (16): Griechenland - Armenien
Auswärtsstark (15): Arsenal - FC Liverpool
Auswärtsstark (14): Österreich - Deutschland
Auswärtsstark (13): Ungarn - Griechenland
Auswärtsstark (12): FC TVKM Tallinn - FC Levadia Tallinn
Auswärtsstark (11): LASK Linz - Cashpoint SCR Altach
Auswärtsstark (10): Preußen Münster - SV Schermbeck
Auswärtsstark (09): SV Wehen Wiesbaden - VfB Stuttgart
Auswärtsstark (08): Red Bull New York - Chicago Fire
Auswärtsstark (07): Borussia Mönchengladbach II - FC St. Pauli
Auswärtsstark (06): Bayer Leverkusen - CA Osasuna
Auswärtsstark (05): Bayer Leverkusen II - FC St. Pauli
Auswärtsstark (04): Eintracht Frankfurt - Newcastle United
Auswärtsstark (03): Öffentliches Training des 1. FC Köln
Auswärtsstark (02): Fortuna Düsseldorf - FC St. Pauli
Auswärtsstark (01): Factor Ljubljana - Bela Krajina

24.11.08

Neues aus dem Gästeblog (48.KW)

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit...“

Das sich Fans allerorten nicht zu schade sind, Woche für Woche neuerlich unglaublich alberne, also im eigenen Verständnis vermeintlich lustige, Gleichungen auf die Hoffenheimer Fußballmannschaft und deren Scheckaussteller auf Plakate und Banner zu packen, daran hat man sich mittlerweile gewöhnt. So auch wieder am Samstag. Der unbeteiligte Zuschauer fragt sich allerhöchstens, welch Kretin wessen Vereins in der inoffiziellen Rangliste am Ende der Saison den Vogel abgeschossen haben wird. So langweilig, so mittlerweile einfallslos! Das sich aber nun sogar ein Trainer der gegnerischen Mannschaft dazu hinreißen lässt, seine durch gesteigerten Frust beeinflußte objektiv unmaßgebliche Meinung auf zweifelhaft subjektive Art und Weise in einer an sich generell und objektiv recht unmaßgeblichen Veranstaltung namens Pressekonferenz darzubringen, amüsiert mich in diesem Zusammenhang dann ausnahmsweise doch hochgradig. Herr Rangnick nahm‘s sportlich gelassen, wohl wissentlich: Pressekonferenzen mit Daum sind in Köln gerne mal etwas Besonderes. Da bekommt der Affe eben sein Zückerchen in Form von quietschfidelen Kamelle. Und seien es eben auch recht olle Kamellen. Wir lernen: die Angst vor den eigenen Unzulänglichkeiten erschüttert die Liga in Form der Hoffenheimer Topfußballer recht zuverlässig von Woche zu Woche und so ziemlich jeder Gegner darf wenigstens in dieser Hinrunde innerhalb von 90 Minuten erfahren, wieviel Verbesserungspotential in seiner Mannschaft noch steckt. In Köln lernt man überdies nach zwei Niederlagen in Folge nun vielleicht auch wieder ein wenig Demut vor den bisherigen eigenen guten Leistungen und erkennt, ohne Podolski wird‘s wohl nix mit der Teilnahme an der Champions League im kommenden Jahr. Aber da braucht sich ein Aufsteiger nicht zu grämen. Und wenn das nicht reicht, dann sei Daum die personifizierte Demuth (Dietmar) ans Herz gelegt: „Wir steigen jetzt in den Bus und heulen im Kollektiv.“ So albern, so langweilig! Bruuuuuääääähhhh! - So long.

Gastkolumnist Dr. Theo Soph pfeift Montags beim FohlenKommandO die neue Woche an

21.11.08

Aktion: Verben für Virkus

Kürzlich hat Borussia Roland Virkus als neuen Direktor für Amateure und Jugend vorgestellt. Damit tritt Virkus in die Fußstapfen von Max Eberl, der Virkus unter anderem einen "Verhaltenskodex Borussia Jugend" hinterlassen hat.

Darin werden in 12 Punkten und 4 Unterpunkten Regeln für alle Jugendspieler aufgestellt, die Themen wie "Freundlicher und respektvoller Umgang" und "Ordentliches und freundliches Auftreten in der Öffentlichkeit" zum Thema haben. "Doping" ist übrigens "strengstens verboten". Dabei fällt auf, dass Eberl weitestgehend komplett auf den Einsatz von Verben verzichtet hat (zum Beispiel hier: "Keine dreckigen Fußballschuhe im Kabinentrakt", vgl. dazu auch "Nicht mit den Pommes am Beckenrand.").

Wohlwollend nehmen wir den Versuch zur Kenntnis, bei "Keine macht den Drogen" durch die bewusste Kleinschreibung von "Macht" wenigstens den Anschein eines Verbs zu endecken. Allerdings bleibt der Sinn unergründlich, weil Drogen ja Plural und damit feminin sind. Es müsste also entweder "Keine macht die Drogen" im Sinne von "Keine Person stellt bestimmte Drogen her." heißen. Alternativ ginge auch "Keine [Person] macht den Drogentest".

Ein weiterer Versuch ein Verb richtig zu verwenden scheitert beim Punkt "Kein Ball spielen im Kabinentrakt". Richtig ist zwar, dass nach aktueller Rechtschreibung Substantiv und Verb regelmäßig getrennt geschrieben werden (Ich gehe Ball spielen.), hier ist aber das Ballspielen als Substantiv gemeint und wird dementsprechend zusammengeschrieben.

Eine gelungene Verwendung eines Verbs bietet der Satz "Trainern und Offiziellen ist während offiziellen Auftritten (Spielen, Turnieren) der Genuss von Alkohol untersagt." Grammatisch liegt der Fehler nun in der falschen Verwendung des Akkusativ, da auf "während" regelmäßig der Genitiv folgt. Auch inhaltlich bietet der Punkt einen nicht aufzulösenden Widerspruch zum vorangegangenen Punkt "Alkohol und Rauchen strengstens verboten". Offenbar haben sich die Kettenraucher und Quartalssäufer aus der Geschäftsstelle hier bewusst ein Hintertürchen eingebaut.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es noch zwei weitere verwendete Verben gibt: "Kabinen nach dem Training/ Spiel sauber verlassen" und "Mannschaftsinterne Strafenkataloge haben ihre Gültigkeit unter Berücksichtigung des Verhaltenskatalog Borussias".

Falls Sie, liebe Leserinnen und Leser, noch nicht benötigte Verben übrig haben, senden Sie diese bitte unmittelbar an Roland Virkus oder an die Redaktion.

17.11.08

Neues aus dem Gästeblog (47.KW)

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit...“

Was das bißchen Obama-Geschwafel alles bewirken kann. Unglaublich! Kaum beschwört man den eingängigen aber schon hinlänglich totgenudelten Wahlkampfschlager des amerikanischen president elect und schon drehen die tapferen Borussen unter tatkräftiger Mitwirkung des spät erwachten Publikums ein schon ziemlich verloren geglaubtes Spiel gegen den übermächtig scheinenden FC Bayern. Und womit? Mit Recht! Und warum nicht gleich so? Muß man tatsächlich zu diesen billigen populistischen Mitteln greifen? Hoffentlich nicht, denn diese marktschreierischen Maßnahmen nutzen sich a) unglaublich schnell ab und sind b) auch nicht jede Woche neuerdings leichtfertig aus dem Hut zu zaubern. Obwohl, eigentlich schon. Vorausgesetzt man weiß wie es geht. Einer der das besonders gut weiß darf nun nach extrem langer Arbeitslosigkeit mindestens in den kommenden 11 bis 14 Monaten weniger seiner Frau auf den Wecker fallen, aber dafür umso mehr die Kicker des MSV Duisburg auf Trab bringen. Denn: Peter Neururer setzt seine ganz persönliche Tour de Ruhr fort und steht nun in der Wedau in Lohn in Brot. Zum ersten Mal übrigens, glaube ich. (Man kann da ja auch schon mal leicht den Überblick verlieren) In Duisburg werden ab heute jedenfalls ausgiebig Standards trainiert und das kann ja nun auch nicht schaden. Genauso wenig schadet Neuruer der Fußballöffentlichkeit. Man hat ihn ja schon ein wenig vermißt und längst darauf gewartet, daß sich mal wieder einer traut. Herrn Hellmich sei daher an dieser Stelle wärmstens gedankt. Und wenn ich schon mal dabei bin: am Ende sollte man sich auch als Borusse noch rasch posthum bei Karl-Heinz „Charly“ Neumann für einige schöne Fußballerinnerungen im Parkstadion bedanken. Typen wie Neumann gibt‘s leider kaum mehr im bezahlten Fußball, bzw. man nimmt sie jedenfalls kaum noch wahr; und erst wenn sie weg sind, dann vermißt man sie gleich ein wenig. Seit letzter Woche Dienstag ist die Liga um ein echtes Original ärmer. - In diesem Sinne, schöne Woche.

Gastkolumnist Dr. Theo Soph pfeift Montags beim FohlenKommandO die neue Woche an

14.11.08

Fiel auf

Alle Fußballfans, die die angebliche Berufung Dietmar Hopps Mutter in Schmähgesänge gegen den "Mäzen" umgemünzt haben, sich aber nie sicher waren, ob sie der Wahrheit entsprechen, haben in Zukunft wenigstens Gewissheit über die des Vaters.

11.11.08

Meyers richtig guter Zitatenschatz (11)

"Herr Meyer - er hat Herr Meyer gesagt – Herr Meyer, ich verspreche ihnen ich fliege heute nicht runter, ich halte die Schnauze und werde auch nicht mehr foulen"

Hans Meyer zitiert Marko Marin im Auswärtsspiel in Bielefeld (8.11.2008)

10.11.08

Neues aus dem Gästeblog (46.KW)

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit...“

Mit Sicherheit hat der Sieg der Borussia gegen die Arminia meiner Genesung nicht im Weg gestanden, sie sogar im Gegenteil eher noch befeuert. Keine Ahnung was mich da letztes Wochenende umgehauen hat. Das Spiel Not gegen Elend im Borussia-Park war es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Aber wer heute die Zeitung aufgeschlagen hat, der sieht die Fohlen nicht mehr auf einem Abstiegsplatz parken und das ist gut so. Mal wieder ein erster kleiner Schritt in Richtung Sonne. Man muß ja nicht gleich konsequent über seine Verhältnisse spielen, wie zum Beispiel die FCs aus K., hat ja schließlich auch keiner unbedingt erwartet, aber zumindest gegen die Konkurrenz aus der zweiten Tabellenhälfte darf man sich regelmäßig zu ansehnlichen Leistungen aufschwingen; erst recht daheim. Und weil es dem maladen Dauerfernseher der letzten Woche aufgrund der amerikanischen Präsidentschaftswahl noch in den Ohren klingt, bediene auch ich mich ganz unverblümt der Floskel des Jahres, welche so ähnlich zum Credo der freien Welt zu werden scheint: Yes they can! Gemeinsam ist es möglich, die Borussia dauerhaft auf einem Nichtabstiegsplatz zu halten. Es wird vielleicht noch nicht morgen soweit sein, vielleicht auch nicht in sechs Wochen, aber beizeiten wird die kollektive Anstrengung Früchte tragen! Gemeinsam mit denen die in Zeiten dieser schlimmen Finanzkrise ihr sauer erspartes Geld in der Kasse der Geschäftsstelle klingeln lassen, seien es zehn, 20 oder 50 Euro, den hart arbeitenden Männern aus der Provinz, Frauen, Kindern und Jugendlichen, ob arm, reich, schwarz, weiß oder grün, wird auch diese Phase überstanden werden. Yes you can! Und ich denke in diesem Moment gerade ganz besonders an die tapferen Männer und Frauen, geboren vor langer Zeit, einer Zeit in der man auch gegen die Bayern auf heimischen Geläuf drei Punkte einfahren konnte. Ich denke an sie und daran, was sie gesehen haben. Den Schmerz und die Hoffnung, den Kampf und den Fortschritt und daran, woran sie immer standhaft geglaubt haben: Yes we can! May God bless Borussia!

Gastkolumnist Dr. Theo Soph pfeift Montags beim FohlenKommandO die neue Woche an

7.11.08

Meyers richtig guter Zitatenschatz (10)

"Jedesmal wenn wir so einen Mist spielen wie gegen Frankfurt zweite Halbzeit, war das Kellermanns Aufstellung."

Hans Meyer in der Pressekonferenz am 7. November 2008 über den Sportredakteur der Rheinischen Post

5.11.08

Meyers richtig guter Zitatenschatz (9)

"Wenn man 66 wird, freut man sich über überhaupt keinen Geburtstag mehr."

Hans Meyer an seinem 66sten Geburtstag

3.11.08

Neues aus dem Gästeblog (45.KW)

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit...“

Sehr verehrte Leserinnen und Leser: unser Gastkolumnist ist krank und pfeift aus allen Löchern, aber definitiv nicht die Woche an. Wir haben diesen Montag in dieser Rubrik also nix zu veröffentlichen. Nächste Woche an dieser Stelle aber hoffentlich wieder mehr.

Gastkolumnist Dr. Theo Soph pfeift normalerweise Montags beim FohlenKommandO die neue Woche an

1.11.08

Why we fight

Bei aller BWL-isierung der Bundesliga in den letzten Jahren sollten ein paar ökonomische Grundlagen in der Diskussion nicht außer acht gelassen werden. Die wichtigste davon ist die Tatsache, dass das Gut “Fußballbundesliga” kein gewöhnliches Gut wie Computer, Käse oder Koks ist, sondern ein Gruppengut. Das heißt, dass der Erfolg der Anbieter von Fußball (also der Vereine) nicht nur vom eigenen wirtschaftlichen und sportlichem Geschick abhängig ist, sondern von anderen Faktoren beeinflusst wird. Diese Faktoren haben Auswirkungen auf die allgemeine Attraktivität der Liga und damit indirekt Einfluss auf den Unternehmenserfolg der einzelnen Vereine. Grundsätzlich sind dies also externe Effekte, die von dem Tun einzelner einen Einfluss auf die Gesamtheit haben. Zwei erscheinen mir wichtig in diesem Zusammenhang: sportliches Niveau und Atmosphäre. Ersteres ist ein objektives Kriterium, das leicht zu messen ist. Letzteres ist subjektiv und schwieriger zu fassen, nichtsdestotrotz aber ein wichtiger Bestandteil des Fußballgeschäfts. Atmosphäre beinhaltet die Stimmung in den Stadien, wie bunt und laut die Unterstützung der Fans ist, aber auch wichtige Dinge wie eine relative Ausgeglichenheit der Liga, die dafür sorgt, dass der Ausgang der Spiele und der Saison nicht mit zu großer Sicherheit vorhergesagt werden kann. Zusammengefasst kann man sagen, dass jeder Verein in der Bundesliga von dem Zutun der anderen profitiert: jeder bringt etwas mit zu der Party. Nehmen wir das Beispiel der Borussia: im Moment kann man nicht sagen, dass das Fußballspiel der Borussen die Liga verzückt. Aber: der Verein bringt zu jedem Auswärtsspiel vier bis acht Tausend Anänger mit, die den gastgebenden Kassenwarten die Dollarzeichen in den Augen glänzen lässt; und in der kreierten Atmospären sonnen sich auch die Gastgeber. Ähnliches gilt für Köln, Dortmund und Schalke.

Meine Meinung ist es, dass der subjektive Faktor der Atmosphäre einen höheren Stellenwert für das Wohlergehen der Liga einnimmt als der sportliche Erfolg. Anders ist nicht zu erklären, dass zum Beispiel in Gladbach und Köln auch trotz Jahren, ich wiederhole, Jahren indiskutabler sportlicher Leistungen, so viele Menschen zu den Spielen kommen. Gleichzeitig ist es einem Verein wie Leverkusen trotz achtbarer Erfolge nie gelungen, eine substantielle Anhängerschaft zu mobilisieren.

Folgt man meiner Argumentation, wird die Abneigung gegen Vereine wie Leverkusen, Wolfsburg und neuerdings Hoffenheim nachvollziehbar. Diese Vereine leben parasitär von dem Glanz, den andere ihnen bescheren; der Glanz für einen Dorfverein, vor 50.000 Zuschauern zu spielen. Der eigene kommerzielle Erfolg, der dadurch beeinflusst wird. Selbst tun sie nichts für gesamte Wohlfahrt außer guten Fußball zu spielen. In Hoffenheim hat man das verstanden und sich durch Namenswechsel den Anschein von Tradition gegeben. Neuerdings fängt man sogar damit an, sich mit dem Gladbach der 70er Jahre zu vergleichen. Dies ist nichts anderes als ein geschmackloser Versuch, ein wenig Atmosphäre zu leihen.