30.6.08

Neues aus dem Gästeblog (27.KW)

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit...“

Na? Feiern Sie noch immer? Haben Sie heute etwa einen freien Tag genommen? Oder gar gleich gekündigt? Schwelgen Sie zwischen Bergen von Austern und Champagner? Gut für Sie! Natürlich wäre auch ich gerne Europameister geworden, ist ja keine Frage. Warum verlieren wenn siegen doch viel mehr Spaß macht? Eigentlich war ich mir sogar ziemlich sicher über ein positives Ende des Turniers, was man als bundesdeutscher Fan ja aus diversen Gründen auch stets sein sollte. Allerdings haben haben Sie, verehrte Leserinnen und Leser, es als treue Begleiter dieses kleinen sympathischen Qualitätsmagazins natürlich besser gewußt und bei Ihrem bevorzugten Buchmacher, wenn Sie nicht sogar aufgrund ihres absolut phantatsischen Fachwissens selbst darauf gekommen sind, ihr kleines Häuschen und die Sparbücher der Kinder auf die Spanier verwettet. Was sich natürlich außer Ihnen sonst keiner getraut hat. Also, Glückwunsch meinerseits. Glückwunsch aber auch an die Spanier. Das war schon eine ganz, ganz starke Vorstellung und wirklich alles andere als unverdient. Und wenn man heute, Stunden nach dem Abpfiff, an einem verkaterten Montag doch noch wenigstens einen positiven Aspekt aus der Finalniederlage ziehen möchte, dann geht sogar das. Das Merkelchen, ihr Grüßaugust und der Rollstuhlfahrer, um nur mal drei zu nennen, brauchen, genau wie viele andere am Fußball normalerweise völlig desinteressierte Steuerzahler, nicht mehr ständig in der Öffentlichkeit so zu tun, als würde sie diese Sache, also dieses Fußballdingens, das komische Spiel da mit Schweini und Poldi, unglaublich begeistern. Die Party ist jetzt vorbei, das Sommerloch wartet, wir sind weiterhin lediglich Papst, was schon hart genug ist, und wer will halt auch noch Weltmeisterin. Aber nun einmal leider nicht Europameister. Die Irokesenperücken und Schminkstifte können daher zusammen mit den Autofähnchen für die nächsten zwei Jahre im Keller eingelagert werden (Karton beschrifen!). Halb so wild, denn Sie wissen ja, es ist schließlich alles nur ein Spiel und das nächste Turnier kommt bestimmt.

Gastkolumnist Dr. Theo Soph pfeift Montags beim FohlenKommandO die neue Woche an

28.6.08

Deutschlands Titelchancen gestiegen?

Wer sich Sorgen gemacht hat, die DFB-Auswahl könnte wieder nur Zweiter werden, kann neue Hoffnung schöpfen:


gefunden bei spiegel online

26.6.08

Abgänge - Auf Wiedersehen: Nando Rafael

Alle Abgänge werden an dieser Stelle mit ein paar Zeilen bedacht

Nando Rafael kam im Januar 2006 aus Berlin im Tausch gegen Václav Svěrkoš nach Mönchengladbach. In der ersten Hälfte der Saison hatte er für die Hertha noch drei Tore erzielt. In Mönchengladbach wiederholte er diese Leistung und erzielte ebenfalls drei Tore. In der folgenden Saison stehen für Rafael ebenfalls drei Tore zu Buche. Auch in seiner letzten Saison in Mönchengladbach schoss er drei Tore. In der kommenden Saison spielt Rafael für Aarhus GF. Wir bedanken uns bei Nando Rafael für 3x3x3+3+3 Bundesliga-, 3x3+3 Zweitliga-, fast 3 Regionalliga- und etwas mehr als 3 DFB-Pokalspiele sowie die Erkenntnis, dass Drei nicht immer aller guten Dinge sind.

Diese Reihe wird noch dreimal fortgesetzt.

25.6.08

Störung

Die Leitungen aus Mönchengladbach sind unterbrochen.

Wir bitten um etwas Geduld.

23.6.08

Neues aus dem Gästeblog (26.KW)

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit...“

Deutschland ist im Halbfinale!! Die Niederlande fahren in die Sommerferien! Auch das will mit Nachdruck vermerkt sein. Nun kann ich nicht behaupten, es mache keinen Spaß der jungen russischen Mannschaft um Gus Hiddink bei der Verrichtung ihres Werkes zuzuschauen. Aber sie wird noch viel Zeit haben, um sich zu voller Blüte zu entfalten. Die Elftal hingegen, diese taktische Wundertruppe voller brillianter Fußballer, ist mal wieder an sich selbst gescheitert. Was für ein Jammer! In dem viel gerühmten Buch Oranje brilliant von David Winner, welches passenderweise den Untertitel 'Das neurotische Genie des holländischen Fußballs' trägt, steht, und das sei hier stellvertretend zitiert, über das famose Ajax der sechziger und frühen Siebziger geschrieben: „Tore zu erzielen war eine Möglichkeit, aber der eigentliche Zweck war die Schönheit des Fußball an sich.“ - Ich lasse das unkommentiert stehen, wir verstehen uns, und verneige mich ehrfurchtsvoll vor der bei dieser EM gezeigten Fußballkunst. Unterdessen rüsten sich Jogis Buben für den großen Nationalismusgipfel am Mittwoch gegen die Türkei. Auf das Spiel freue ich mich, sehr sogar. Besorgt bin ich trotzdem, aber nicht der fußballerischen Stärke der Türken wegen. Ich gehöre zu den wenigen Zeitgenossen, die im während der WM 2006 wieder erwachten, unverkrampften Umgang mit der Nation keine besonders vorzugswürdige Errungenschaft sehen. Anders gesagt, mich begeistert weder die Flaggenhysterie noch das „Schland“-Gegröle. Ob da immer die Richtigen dabei sind? Und dann auch noch um die Wette mit den stolzen türkischen Landsleuten? Muß das sein? Daher, und um den Proporz zu wahren, zitiere ich nach dem Österreicher Kreisler in der letzten Woche nun den klugen Berner Moralisten Dürrenmatt in Erwartung auf das bevorstehende Szenario. In Romulus der Große antwortet der Kaiser seiner Tochter Rea auf die Frage, ob man denn sein Vaterland nicht mehr lieben solle als alles andere in der Welt: „Nein, man soll es weniger lieben als einen Menschen. (...) Es ist viel größer und schwerer, einem Menschen die Treue zu halten als einem Staat.“ Das sollten sich alle Farbenträger und Sängerknaben bitte hinter die Löffel schreiben. Es handelt sich schließlich auch nur um ein Fußballspiel. In diesem Sinne, wir hören uns in sieben Tagen als Turniersieger wieder!

Gastkolumnist Dr. Theo Soph pfeift Montags beim FohlenKommandO die neue Woche an

18.6.08

ACHTUNG REDAKTIONEN: FUSSBALL EM 2008

Gestern flatterte uns mal wieder was Schönes via Ticker auf den Schreibtisch. Erst wollten wir uns damit nicht beschäftigen, klang es doch auf den ersten Blick ziemlich albern, um nicht zu sagen, total gaga. Aber nach einer langen Nacht des Debattierens über das Für und Wider ist uns natürlich klar geworden, wir kommen um diese Knallermeldung einfach nicht herum und wollen Sie, liebe Freunde des FohlenKommandO, natürlich daran teilhaben lassen. Also, wie folgt:

Schriftsteller Brussig: "Fußball erzeugt Karnevals-Stimmung"

Berlin (pps) Phänomen Fußball. Schriftsteller Thomas Brussig ("Helden wie wir" und "Schiedsrichter Fertig") sieht in der derzeitigen Fußball-Euphorie zur EM einen "Aufguss des Sommer-Märchens von der WM 2006". Im ZDF-Morgenmagazin meinte Brussig im Gespräch mit Moderator Christian Sievers: "Der Fußball erzeugt eine Art Karnevalsstimmung."

Das Geheimnis des Fußballs? Was macht den Reiz des Spiels im Vergleich zu anderen Sportarten aus? - Brussig: "Eishockey ist zu schnell für das menschliche Auge, beim Handball fallen zu viele Tore. Und die Dauer von 90 Minuten scheint die richtige Spielzeit zu sein - genau wie im Kino."

Aha. Vielen Dank cosmos-pps Kommunikations GmbH für die honorarfreie und brandaktuelle Meldung zur Fußball-Europameisterschaft 2008 im Auftrag des ZDF. Mußte wirklich dringend mal gesagt werden! Und falls Sie glauben, da würde jetzt noch was kommen..., nö, weit gefehlt! Da kommt gar nix mehr. Nada! Niente! Nothing! Nichts! - Aber das FohlenKommandO wäre natürlich nicht das FohlenKommandO, würden wir in diesem Zusammenhang nicht Abhilfe schaffen, ihren unglaublichen Wissensdurst stillen und unsererseits direkt noch ein paar tiefschürfende Infos an alle interessierten Redaktionen und Leser da draußen herausgeben, natürlich absolut honorarfrei!

FohlenKommandO: "8 Dinge, auf die Sie selbst vielleicht nie kommen würden"
  • Fußball ist fast wie Karneval: tolle Stimmung, Kamelle, alkoholfreies Bier, Deutschlandfahnen, "die Prinz kütt", nur meist dann doch auch wieder ganz anders.
  • Erbsen schmecken zusammen mit Möhren noch tausendmal besser. Einfach vom Zivi das Glas aufschrauben lassen und am Besten direkt servieren.
  • Ein gewaltiger Schlagschuß beim Eishockey kann ungleich viel langsamer werden (und somit auch besser zu sehen), wenn man ihm eine geeignete Aufprallfläche bietet, vorzugsweise den kognitiv suboptimierten Zuschauerschädel.
  • Zehn Finger und zehn Zehen reichen dem menschlichen Gehirn beim Handball tatsächlich nicht in jedem Fall aus, um den aktuellen Spielstand korrekt nachzuhalten. (11:9, 3 im Sinn, Überschlag, usw. - sehr schwierig, lieber mal Stephen Hawking fragen)
  • Geistige Masturbation befriedigt nur mäßig, viel besser klappt's praktisch, zum Beispiel mit den Händen. (Zur Not auch mit den eigenen)
  • Unter Blinden reicht schon ein einziger Einäugiger, um den Spielstand von der Anzeigentafel abzulesen. In besonders trägen Fällen ("lazy eye"): lieber bis zur Halbzeit oder Drittelpause warten.
  • Kino ist auch nicht mehr das, was es einmal war. (90 Minuten hardcore, echte Gefühle!?)
  • Mit einem schönen Aufguß (z.B. Latschenkiefer) kann man die vernebelte Birne wieder total frei bekommen. Manchmal jedenfalls.
Denken Sie in einer stillen Minute ruhig mal darüber nach! Oder drucken Sie es einfach ab! Oder erzählen Sie es stattdessen doch Herrn Brussig, vielleicht interessiert er sich dafür.

16.6.08

Neues aus dem Gästeblog (25.KW)

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit...“

Was hätten‘s denn gern? Soll ich noch mal en detail auf das unfaßbar schlechte Spiel vom Donnerstag eingehen? Meine schonungslose Tiefenanalyse auf 25 Zeilen abgeben? Oder möchten Sie stattdessen lieber die zigste Einzelkritik mit Schulnoten im absoluten Sitzenbleiberbereich lesen? Ich könnte Ihnen natürlich auch die besten Szenen noch einmal nacherzählen? Wie Sie wünschen, alles kein Problem. Ich kann es aber auch einfach bleiben lassen. Ich weiß ja nicht wie Sie so gestrickt sind. Falls Sie nicht auf Fesselspiele, Selbstkasteiung oder anderweitig induzierten Schmerz stehen sollten, könnte es im Nachklapp noch einmal richtig unangenehm für Sie werden. War es die letzten Tage wahrscheinlich auch schon. Aber halten wir fest: heute wird alles wieder anders. Ein schlechtes Spiel soll bei diesem Turnier genügen. Und das wissen die Jungs natürlich auch, weswegen sie sich gegen die Hickersberger-Elf zusammenreißen werden. Denn wenn‘s gegen Österreich genauso spielen wie gegen die Kroaten, dann stehn‘s mit einem Fuß schon im Kriminal - weil dann muß mer‘s verhaften lassen, vom Sondereinsatzkommando für fußballerische Grausamkeiten. Ab ins Ösi-Kellerverließ mit ihnen, ähm, also in den Karzer meine ich. Sorry, rhetorische Entgleisung meinerseits. Sollte es dennoch nicht reichen und Jogis Buben die Tradition der letzten beiden Europameisterschaften fortsetzen, dann muß ich mich halt in den verbleibenden Tagen mit den Niederländern freuen (oder Tauben vergiften auf dem Zentralfriedhof!). Ich muß gestehen, normalerweise fällt‘s schwer. Aber dieser Tage geht‘s einigermaßen. Die Elftal spielt einfach zu brilliant, um nicht begeistert zu sein. Aber wollen wir den Teufel mal nicht vorzeitig an die Wand malen. „Der Tod, daß muß ein Wiener sein“ heißt es beim Wiener Schriftsteller, Komponisten und Kabarettisten Georg Kreisler, was man im Hinblick auf das Spiel natürlich so oder so sehen kann. Ich entscheide mich für so. Na denn, auf den Sieg und das bevorstehende Viertelfinale gegen Portugal, Felix...ööhh...Germania.

Gastkolumnist Dr. Theo Soph pfeift Montags beim FohlenKommandO die neue Woche an

14.6.08

Berühmte letzte Worte

„Wenn alle Stricke reißen häng' ich mich auf“

Adam Ledwoń (* 15. Januar 1974, † 11. Juni 2008), 10 Bundesligaspiele für Leverkusen (1998/99), 28 Zweitligaspiele für Fortuna Köln (1999/2000)

13.6.08

Abgänge - farvel: Kasper Bøgelund

In dieser Reihe werden sämtliche Abgänge Borussias gewürdigt.

Kasper Bøgelund kam Mitte 2005 vom amtierenden niederländischer Meister PSV Eindhoven zur Borussia. Bereits im zweiten Spiel gegen Wolfsburg gelang ihm mit dem Ausgleichstreffer in letzter Minute sein erstes Tor als Profi überhaupt. Im folgenden Spiel auf Schalke schlug Bøgelund wieder zu. Der Fernschuss wurde später zum Tor des Jahres gekürt. In der abgelaufenen Saison verlor Bøgelund seinen Stammplatz durch Verletzungen und inkonstante Leistungen, so dass sein Vertrag nicht verlängert wurde. Wir bedanken uns für 37 Bundesligaspiele mit 2 Toren, 7 Zweitligaspiele, 2 Einsätze im DFB-Pokal und das durchaus faire Angebot an seine Freundin, sie bei fünf Saisontoren zu ehelichen.

In Kürze können Sie hier mehr über weitere Abgänge erfahren.

10.6.08

Die schönsten Fußballerkrankheiten - Folge 1: Fußpilz

Am vergangenen Samstag im Eröffnungsspiel der EM 2008 hat es den Schweizer Alexander Frei getroffen. Sein Innenband im linken Knie war einfach schwächer als das robuste rechte Bein des Tschechen Grygera. Diagnose: Definitives EM-Aus und obendrein eine längere Spielpause. Spochtskamerad Frei weinte bitterlich, das Nachbarland Schweiz bangte kollektiv, das fleischgewordene Kulissenfüllfutter Urs Meier stammelte irgendwas, Heimtrainer Klopp verzweifelte öffentlich und Dampfplauderer Kerner schwadronierte über eben jenen kaputten Muskel. Ein gerissenes Band wird außerhalb eines medizinischen Seminars zur abendfüllenden Unterhaltung. Toll! Das FohlenKommandO nimmt diese schwerwiegende Verletzung des bemitleidenswerten Nati-Kapitäns daher zum Anlaß, den populärsten Fußballerblessuren nun eine eigene Reihe zu widmen. Das FohlenKommandO präsentiert daher: Die schönsten Fußballerkrankheiten.

Allerdings starten wir ganz romantisch mit der wunderbaren tinea pedis, dem gemeinen Fußpilz also, weltweit in Umkleidekabinen berühmt berüchtigt und unter der international geläufigen Bezeichnung "athlete's foot" bekannt, mitsamt seiner kleinen Schwester, dem ebenso gemeinen Nagelpilz, lat. tinea unguium (Fotos gibt's für Hartgesottene übrigens hier). Bei den Hautpilzkrankheiten, so verrät uns der Brockhaus, sogenannten Dermatomykosen, handelt es sich um Erkrankungen der Haut, Haare und Nägel, in der Regel hervorgerufen durch Dermatophyten der Gattungen Trichophyton, Microsporon, Epidermophyton und Hefen der Gattung Candida. Die Pilze gelangen von außen auf die Haut und können von Mensch zu Mensch, von Haustieren auf den Menschen oder durch Berührung infizierter Gegenstände (Handtücher, Badematten, Kleidungsstücke) übertragen werden. Am besten gedeihen sie in feuchtwarmer Umgebung und wachsen deshalb vor allem auf Hautbereichen, die häufig schweißbedeckt sind oder länger feucht bleiben (Achselhöhle, Analfalte, Finger- und Zehenzwischenräume); die Behandlung wird entsprechend dem Erreger und der Ausdehnung des Hautbefunds mit lokal oder systemisch wirksamen Antimykotika durchgeführt. (vgl. auch Harald Schmidt, aus: Schmidtgift - "Mykologie, die Lehre von den niederen Pilzen, nicht zu verwechseln mit Mythologie.")

Studien zufolge leiden ca. 60% der Bundesligaprofis an Fußpilz. Eine Untersuchung an 144 Bundesliga-Erstligisten von 2001 ergab zudem eine Befallsrate mit Nagelpilz von 43%. "Ständige Richtungswechsel beim Laufen, Ballstoppen und Weiterleiten, verschwitzte und enge Schuhe sowie gemeinsam benutzte Umkleideräume und Duschen bieten den perfekten Nährboden", so Prof. Hans-Jürgen Tietz vom Institut für Pilzkrankheiten in Berlin. Meist sind es kleine Risse in der Haut - so genannte Miniläsionen -, die der Betroffene kaum wahrnimmt. Hinzu kommen Blutergüsse sowie Deformationen und Beschädigungen an den Nägeln als typische "Schussverletzungen". Diese treten besonders an den oberen und seitlichen Nägelrändern der Großzehen auf. Die Verletzungen der äußeren Hautbarriere und der Zehennägel sorgen dafür, daß die Pilzerreger eindringen können und eine Fuß- oder Nagelpilzinfektion ihren Lauf nimmt. (Quelle: Lifeline - medizin im internet) Neueren Meldungen zufolge liegt die Zahl der betroffenen Profis sogar noch deutlich höher. In diversen Quellen ist mitunter von akutem Fußpilzbefall jedes zweiten Kickers im Profibereich zu lesen. Durch neumodische Taktiken wie Viererkette, Nolookpass oder Steffensimon wird das Problem aggraviert, vielleicht sogar abgemildert. Schockierend und tragisch zugleich! Mehr Informationen finden Sie möglicherweise, wenn Sie in dieser zufällig gefundenen Dissertation blättern.

Können Sie sich noch an Herthas Brasilianer Alex Alves erinnern? Nein? Vielleicht? Doch, eher schon? Aber warum eigentlich? Vielleicht wegen der geschätzten 130.000 € Geldstrafe die er in knapp drei Jahren an den Verein zahlte? (alleine 50.000 Kröten wegen vereinsschädigenden Verhaltens durch dreimaliges Fahren ohne Fahrerlaubnis inklusive überhöhter Geschwindigkeit) Oder ist Ihnen möglicherweise sein "Tor des Jahres 2000" gegen den 1.FC Köln im Gedächtnis geblieben, die spektaluräre Bude (52,10 m) aus dem Mittelkreis? Kann schon sein, aber wahrscheinlich erinnern Sie sich eben eher an Herrn Alves do Nascimento, weil dieser aufgrund einer Wundrose infolge seines unbehandelten und verschleppten Fußpilzes sogar operiert werden mußte und mehrere Wochen ausfiel. Sie sehen, Fußpilz ist nicht nur unangenehm, er ist auch gefährlich. Zeit also, dem Pilzbefall im Profisportbereich den Kampf anzusagen, so wie es z.B. der von uns verehrte Trainerfuchs und Trendsetter Hans Meyer vorgelebt hat. Genau der Hans Meyer, der laut Interview der Berliner Zeitung mit der Hautärztin Prof. Dr. med. Maria Zabel zu diesem Thema, nicht nur in Berlin, sondern auch schon zu Gladbacher Zeiten den Pilz bekämpfte. ("Der Meyer war sehr interessiert. Er hat gesagt: Die Spieler müssen es nicht im Kopf haben, sondern in den Füßen.") Richtig! Leider können wir uns aber nicht vom großartigen Hans Meyer trainieren, geschweige denn von eigens bezahlten Vereinsangestellten täglich die Füße inspizieren und fachmännisch behandeln lassen. Wir sind schließlich nur arme Redakteure und Hobbysportler mit AOK-Karte. Da ist guter Rat teuer! Oder?

Mitnichten! Für alle Fußpilzgeschädigten hat die Novartis Consumer Health GmbH ein Produkt parat, dass eigentlich keine Wünsche offen lassen sollte. Lamisil heißt die wirklich bahnbrechende Innovation in der Behandlung von Fußpilz. Nur ein einziges Mal auftragen reicht - und der Fußpilz wird bekämpft. Das bedeutet, Schluss mit dem wochenlangen, täglichen Schmieren! (Ob es bei Pilzen in anderen o.g. Körperregionen auch so schnell wuppt, fragen Sie mal besser keinen Apotheker, sonst weiß bald die Vermieterin über Ihr Malheur Bescheid!) Aber damit nicht genug. Die Pharmazeuten haben sich zusätzlich noch einen anderen Leckerbissen für den Fußballer von Format ausgedacht. Sie stellen 20.000 Euro für die Renovierung Deutschlands baufälligster Umkleidekabine zur Verfügung. Das Casting findet unter http://www.neue-kabine.de/ statt und um die Präsidenten und Platzwarte der betroffenen Vereine auch gleich persönlich anzusprechen, läuft die Aktion unter dem Schlagwort "We pimp your Umkleide!".


Das kommt raus, wenn man Fußballer in der Sommerpause zu Fototerminen bittet: nur einer guckt in die Kamera

Jetzt wird sich der interessierte Leser in doppelter Hinsicht fragen: Warum tun die das? Also warum gibt Lamisil Unmengen an Geld aus, um den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen? Schließlich bedeuten frisch renovierte Kabinen weniger Fußpilz und damit weniger Umsatz für Herrn und Frau Lamisil. Und warum berichtet gerade das ansonsten total werbefreie FohlenKommandO über diese Aktion, die ja zudem noch nicht mal von der großartigen Tine Wittler moderiert wird? Auf die erste Frage hat das FohlenKommandO selbst keine Antwort. Die Motive des FohlenKommandO sind dagegen so einfach wie der Fußball selbst. Für die kleine Werbeaktion unsererseits gibt es im Gegenzug jede Menge tollen Merchandise der Kiez-Kicker und Unmengen Bier für uns frei Haus! Fotos von unseren grandiosen Prämien schießen wir beizeiten gerne nach. Sie sehen: eine absolute Win-win-Situation. Sie klicken einfach auf den Link, schauen sich die Aktion in aller Ruhe an, kriegen mit etwas Glück dann endlich mal die Dusche saniert und wir denken uns dafür in unseren schmucken neuen St. Pauli-Trikots bei kühlem Freibier feine, neue Aktionen und Artikel für unsere Leserschaft aus.

9.6.08

Kurz notiert

Monica Lierhaus ist schwanger.

Neues aus dem Gästeblog (24.KW)

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit...“

Wenn Sie, verehrte Leserinnen und Leser, einigermaßen regelmäßig in meine Gastkolumne hier beim FohlenKommandO reinschauen, dann wissen Sie: es dreht sich zwar immer alles um Fußball im Allgemeinen oder Borussia im Besonderen, aber am Rande desöfteren eben auch immer mal wieder um Literatur, Kunst oder Musik im Speziellen. Versuche ich es heute mal wieder musikalisch: Letzte Woche hatte ich durchklingen lassen, daß ich noch nicht so richtig in EM-Stimmung gekommen war. Mehr noch als am vergangenen Montag kann ich Ihnen auch sagen warum. Fußball ist zwar einerseits verdammt wichtig, andererseits aber eben auch nicht immer das Wichtigste im Leben. Während sogenannte Spitzenpolitiker im Vorfeld der Europameisterschaft noch willfährig den gewohnt langweiligen und äußerst populistischen Bockmist via Presse absonderten, z.B. Kohls Mädchen in der SZ („Ballack sächselt wenigstens noch“) und der Rest der Republik schon wieder damit beschäftigt war, schwarz-rot-goldenen Zierrat an ihren Wohnungsfenstern, Autos und Kneipen zu drapieren, plante der Autor statt einem EM-Sonntag vor der Glotze oder am Wörthersee lieber seine Reise ins mondäne Düsseldorf. Schließlich habe ich seit ‘86 immer wieder brav für einen erneuten Live-Auftritt der Herren Sumner, Copeland und Summers gebetet. Zwar habe ich stattdessen auch den ersten EM-Sieg der Nationalelf seit zwölf Jahren verpaßt, dafür aber auch Kerner & Co. nicht ertragen müssen. Und dadaistischer als das mediale Vorgeplänkel der internationalen Springer-Presse zum Spiel gegen Polen können The Police es auch nicht ausdrücken. An Diekmann, Draxler, die polnischen Kollegen und die rechten Idioten: De Do Do Do, De Da Da Da Da, is all I want to say to you! Nur gut, daß sich der Schmarrn dank Poldis zweier Tore nun fürs Erste erledigt hat. Ab jetzt kann die EM-Stimmung also gerne unbeschwert einsetzen. Aber wahrscheinlich sollte ich mich noch nicht zu früh freuen, es sind ja schließlich noch fünf Spiele bis zum Titel zu absolvieren. Rehumanize yourself! Und viel Spaß bei der EM.

Gastkolumnist Dr. Theo Soph pfeift Montags beim FohlenKommandO die neue Woche an

8.6.08

Das Zitat zur Saison (2007/08)

„Eigentlich habe ich gesagt: Nein – nach Gladbach will ich nicht. Da wo ein Trainer und Manager nach dem anderen geht, die haben so einen Verschleiß, dann zweite Liga – was will ich da?“... „Es ist der geilste Verein, wo ich bis jetzt war. Die Aachener werden vielleicht sagen, ‚dieser Wichser, dieser Idiot’. Aber es ist nun mal so, dass Gladbach ein Stück größer ist.“

Sascha Rösler über seine Gedanken vor und nach der Saison

7.6.08

Abgänge - Tschö: Eugen Polanski

Die „Abgänge“ wird mit den Sommertransfers 2008 fortgesetzt.

Eugen Polanski kam 1994 von Concordia Viersen zur Borussia und diente sich durch alle Jugendmannschaften bis ins Profiteam. Am 12.2.2005 kam er mit seiner Einwechslung in Bremen zu seinem ersten Bundesligaeinsatz. Die folgenden drei Jahre lebte er im Wesentlichen von seinem guten Ruf als Eigengewächs, an dem sogar Chelsea interessiert gewesen sein sollte, sowie von Spielen als Kapitän der mäßig erfolgreichen U21-Nationalmannschaft. Überzeugende Leistungen in Spielen für Borussia waren Mangelware, was Borussias Anhänger aber nicht sonderlich störte. Nachdem seine Haare lang genug gewachsen waren, kündigte er einen Wechsel zum spanischen Erstligisten Getafe an, wo er einen 5-Jahres-Vertrag unterschrieb.
Wir bedanken uns bei Eugen Polanski für 44 Bundesligaspiele mit einem Tor, ein DFB-Pokalspiel , 9 Zweitligaeinsätze und die Erleichterung, dass sich über seine Fehlpässe nun Andere aufregen dürfen.

Lesen Sie schon bald über den nächsten Abgang.

6.6.08

Das Zitat zum Spiel (Paderborn A)

„Hasi Hasi Palau!“

Paderborner Karnevalsruf

5.6.08

Spanien wird Europameister!

Ja, richtig gehört, ich lege mich hiermit fest. Und mehr noch: Deutschland stößt bis ins Halbfinale vor, Italien und die Schweiz werden im Viertelfinale scheitern.

Wie ich darauf komme? Ich Schlaumeier? Ganz einfach: schon vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle auf die Wichtigkeit hingewiesen, dass die Spieler von Nationalmannschaften in konkurrenzfähigen Ligen unter Vertrag stehen. Kurz gesagt: der einzelne Spieler entwickelt höhere Fähigkeiten, wenn er mit anderen guten/besseren Spielern zusammenspielt.

In Europa lässt sich die momentane Stärke einer Liga leicht anhand der UEFA-Fünfjahreswertung quantifizieren. Dabei ist die englische Premier League die stärkste, knapp gefolgt von der spanischen ersten Liga. Die Gesamtpunkte der einzelnen Ligen lassen sich auf einen Wert zwischen 0 und 1 normieren, d.h. England erhält eine 1, Spanien eine 0.994, Deutschland eine 0.643 und so weiter. Damit wird der 23er Kader eines jeden Teilnehmerlandes gewichtet. Beispiel: Deutschland hat 18 Spieler aus der Bundesliga im Kader. In meiner Rechnung werden die mit 18*0.643=11.6 gewertet. Anders ausgedrückt: 18 Spieler aus der Bundesliga sind so viel wert wie 11.6 Spieler aus der Premier League. Dies nun für alle 16 Mannschaften durchgerechnet, ergibt folgenden C. Antonius-Index (CA-Index) für die einzelnen Länder:
  1. Spanien 23
  2. Frankreich 19
  3. Italien 18
  4. Niederlande 17
  5. Portugal 16
  6. Deutschland 16
  7. Tschechien 14
  8. Schweiz 14
  9. Rumänien 13
  10. Kroatien 13
  11. Rußland 13
  12. Schweden 12
  13. Türkei 12
  14. Griechenland 11
  15. Polen 10
  16. Österreich 9
Natürlich kann dieser Wert nur einen ersten, recht groben Anhaltspunkt liefern. Diese Rechnung beachtet zum Beispiel nicht, ob ein Spieler überhaupt viel zum Einsatz kommen wird, sowohl in der Nationalmannschaft als auch im Verein. Beispiel Polen: beide Ersatztorhüter sind zweite oder dritte Torhüter in England, deshalb werden sie voll gezählt. Ob sie soviel Einfluss auf die Qualität des Kaders haben werden, darf bezweifelt werden. Auch gibt es keinen Anhaltspunkt darüber, wie gut Mannschaften eingespielt sind, welche Rolle der Trainer eventuell spielt und vieles mehr. Im Großen und Ganzen aber sollte diese Rechnung die Stärken der Nationalmannschaften recht gut wiederspiegeln, denn erstens werden nur Spieler mit bestimmten Können in einer der großen Ligen Arbeit finden und zweitens profitieren auch die Kollegen der Nationalmannschaft davon (im Fachjargon heißt das, dass die Fertigkeiten eines Spielers endogen sind). Ich habe großzügig auf ganze Zahlen gerundet.
Was fällt auf? Deutschlands Kader ist als ganzes so viel wert wie 16 Premier League Spieler, Griechenland, Polen und Österreich stellen die schlechtesten Liga-Kader. Die Schweiz ist stärker als landläufig angenommen. Ein offensichtlicher Indikator für die Chancen einer Mannschaft, und damit für ihre Qualität können auch Wettquoten sein. Wenn man meinen Indikator mit den Quoten (je geringer der Wert, desto höher die Erwartung des Titels) von Ladbrokes in einem Diagramm darstellt, sieht man eine recht gute Korrelation. Deutschland kommt bei den englischen Buchmachern ziemlich gut weg, wahrscheinlich wegen möglichen Elfmeterschießen in Viertel- und Halbfinals:
Abb. 1: Korrelation zwischen Quoten bei Ladbrokes (x-Achse) und dem CA-Index (y-Achse)

Wenn man nun die Gruppenspiele durchgeht und immer denjenigen mit einer höheren Stärke gewinnen lässt, kommt es zum Finale zwischen Spanien und Portugal, das die Spanier gewinnen sollten. In einigen Fällen ließ sich keine klare Aussage machen aufgrund zu ähnlichen Werten. So habe ich in der Begegnung Tschechien - Schweiz kurzer Hand die Schweiz zum Sieger erklärt, von wegen weißes Kreuz auf geilem Grund und so.
Wie schon gesagt, diese Art des Tippens hat Grenzen. Nehmen wir als Beispiel die Viertelfinalpaarung Frankreich - Rußland. Auf dem Papier sollten die Franzosen überlegen sein, aber gerade im Fall Rußland könnte der Trainerfuchs Hiddink den entscheidenden Ausschlag geben. Da bin ich mir nicht so sicher. Aber: wie man es dreht und wendet, das Finale Spanien - Portugal erscheint mit im Moment als das Wahrscheinlichste, sowohl auf Grundlage der Mannschaftsstärken als auch der Qualität von Einzelspielern, Ronaldo und Torres zum Beispiel. Der CA-Index kann gerne für Tippspiele mit Ihrem Zuhälterring verwendet werden. Vielleicht ist auch alles Mist, dann bin ich aber nicht schuld.

Viel Spaß bei der EM allen treuen FohlenKommandO-Lesern!

4.6.08

Genug geheult?

Die etwas andere Meinung (39)

Es wird höchste Zeit, dass bald die EM losgeht und wir das immer wiederkehrende vorwettkampfliche Rumgeheule überstanden haben. Standardmäßig durfte der deutsche Torhüter auch diesmal wieder seine eigenen Unzulänglichkeiten auf das Spielgerät aus Herzogenaurach schieben: „Der Ball ist sehr gewöhnungsbedürftig“, so Lehmann, „er flattert noch mehr als der WM-Ball von 2006.“ Und dabei war der Ball von vor zwei Jahren schon scheiße: „Er ist sofort glitschig, wenn es nass wird. Und er flattert.“ Bei den Bällen der vorangegangenen Turniere war es nicht anders. Eine kurze Zusammenfassung der unerträglichen Ausreden findet sich hier. Ergänzend hinzugefügt seinen noch die wirklich allerdümmsten Aussagen zu Fevernova, dem Ball der WM 2002: „Er fliegt viel zu weit“ (Rivaldo), „Er ist zu groß und zu leicht“ (Edilson).

Aber auch in Mönchengladbach wurde ausgiebig gemotzt und zwar über unseren Bundestrainer Jogi Löw. Teilweise weil er den 19jährigen Marko „Magic“ Marin nicht mit zur Europameisterschaft mitnimmt. Wer angesichts einer Bundesligaerfahrung von 242 Minuten und dem überschaubaren Alter von 19 Jahren noch Ansätze von Verständnis für diese Entscheidung erkennen lässt, meckert, dass Marin überhaupt eingeladen wurde. Also entweder ganz oder gar nicht soll die Devise lauten. Sein erstes Länderspiel nach nur einer kompletten Saison Profifußball mit 10 Zweitligaspielen über die volle Distanz soll Marin nur machen dürfen, wenn er auch zur EM darf, ansonsten habe er „vielleicht an der Enttäuschung zu knabbern“. Aber mal ehrlich: wenn Marin diesen angeblichen Rückschlag, der ja eigentlich ein voller Erfolg ist, nicht wegsteckt, wird er es im Profifußball ohnehin nicht weit bringen.

3.6.08

Auswärtsstark (16)





In unregelmäßgen Abständen berichten die Schreiberlinge des FohlenKommandO über ihre Groundhopper-Erlebnisse aus anderen Ligen, anderen Ländern. Heute: Griechenland - Armenien, Freundschaftsspiel, 1.6.2008, Stadion am Bieberer Berg, Offenbach.

Kurz vor Beginn der EM 2008 gibt sich der Europameister die Ehre und trägt das letzte Vorbereitungsspiel im Stadion der Offenbacher Kickers aus. Der Gegner: Armenien, zu diesem Zeitpunkt 80. der FIFA-Weltrangliste. Das lässt den interessierten Laien gleich stutzen: Wenn andere Mannschaften Gegner auswählen, die zumindest entfernt einem Gruppengegner ähneln sollen (Deutschland spielte gegen Serbien, das wohl Kroatien ähnelt, Polen spielte gegen Dänemark, das die Deutschen nachmachen sollte und Schweden suchte im Spiel gegen die Ukraine Inspiration für das Aufeinandertreffen mit Rußland), stellt sich die Frage, wen Armenien hier repräsentiert. Die ersten Minuten geben auch keinen Aufschluss. Armenien steht sehr defensiv, mit einer dreifachen Sechs vor der Viererkette. Möchte Trainer Otto "12:0" Rehagel etwa einen Gegner haben, der Beton anrührt und den man spielerisch knacken muss? Ein Blick auf die Gruppe D mit Rußland, Spanien und Schweden verrät, dass dort wohl eher die Griechen den Part der Armenen heute übernehmen werden. Oder wollte man einfach mal richtig viele Tore machen, um den schwächelnden Sturm um Charisteas, Amanatidis und Gekas warm zu machen? Dann ist das nach hinten losgegangen.

Der Schriftzug auf der Haupttribüne wurde eigens von "Kickers" in "Gekas" umgewandelt. 572 Sitzschalen mussten dafür umgesetzt werden.

Die armenischen Nationalspieler sind alle einen Kopf kleiner als die griechischen Abwehrspieler um den Turm Kyrgiakos (der übrigens trotz seiner Größe in jedem Kopfballduell dem Gegner den Ellenbogen in den Rücken rammt). Sie spielen langsam, wenig direkte Pässe und die Übersteiger sehen meist so aus wie die von Ärztesöhnen auf dem Gummiplatz. Aber Armenien kämpft und den Griechen fällt nichts ein. So ein Spiel ist in der Fachwelt meistens mit "blindes Genutte" recht gut umschrieben. In der zweiten Halbzeit können die kleinen Armenen auch mehrmals Richtung Tor kombinieren, da die Griechen viele Bälle allzu leicht hergeben. Doch die Torabschlüsse sind nie, nie gefährlich genug.

Die griechischen Fans (geschätzte 7000) hingegen geben alles. Sie tauchen das ganze Stadion in blau-weiß und erweisen sich als stimmgewaltig. Einzelne Pfiffe für die Mannschaft gegen Ende können die Stimmung nicht trüben. Ein paar Armenen sind auch da, die ihre Mannschaft pausenlos mit Tröten und "Hayasta"-Rufen (armenisch für Armenien) antreiben. Das 0:0 wird von ihnen zurecht als Erfolg gefeiert.

video
Ein gelungenes Stück Musik: die armenische Hymne.
Leider stehen die Spieler falschrum.

Alles in allem bleibt der neutrale Zuschauer enttäuscht zurück: weder gab es viele Tore, noch eine mögliche Überraschung des Underdogs. Aber das gibt es dann ja auch bei der WM, nur in besser, ne?

Bisher in dieser Reihe erschienen:

Auswärtsstark (15): Arsenal - FC Liverpool
Auswärtsstark (14): Österreich - Deutschland
Auswärtsstark (13): Ungarn - Griechenland
Auswärtsstark (12): FC TVKM Tallinn - FC Levadia Tallinn
Auswärtsstark (11): LASK Linz - Cashpoint SCR Altach
Auswärtsstark (10): Preußen Münster - SV Schermbeck
Auswärtsstark (09): SV Wehen Wiesbaden - VfB Stuttgart
Auswärtsstark (08): Red Bull New York - Chicago Fire
Auswärtsstark (07): Borussia Mönchengladbach II - FC St. Pauli
Auswärtsstark (06): Bayer Leverkusen - CA Osasuna
Auswärtsstark (05): Bayer Leverkusen II - FC St. Pauli
Auswärtsstark (04): Eintracht Frankfurt - Newcastle United
Auswärtsstark (03): Öffentliches Training des 1. FC Köln
Auswärtsstark (02): Fortuna Düsseldorf - FC St. Pauli
Auswärtsstark (01): Factor Ljubljana - Bela Krajina

2.6.08

Neues aus dem Gästeblog (23.KW)

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit...“

Nein, man muß Jogi Löws Entscheidungen nicht unbedingt verstehen. Warum Odonkor, Kuranyi, Trochowski oder Borowski im EM-Kader stehen und Marin, Helmes oder im Zweifel auch Jermaine Jones eben nicht; nur die Chefetage kann tatsächlich nachvollziehen, warum am Ende des Casting-Lagers ein einzelnes, mallorquinisches Sandkörnchen mehr am Schuh der Nominierten kleben geblieben ist. Sei‘s drum, aber der Aha-Effekt wäre im Falle der mutigeren Entscheidung ein ganz erstaunlicher gewesen. Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Sonntag ins Turnier einsteigt, wird die Zeit der wilden Wechselspielchen jedenfalls ein Ende haben und nur wenige der Ersatzsspieler werden die Chance auf dauerhafte Einsätze bekommen. Das Gros der Bankdrücker wird tun, was sie tun müssen: die Plätze auf der Auswechselbank oder auf der Tribüne warmhalten. Aber es wäre alleine schon im Hinblick auf die Zeit nach der EM erstrebenswert gewesen, den ein oder anderen Neuling durch das Erlebnis „Europameisterschaft“ an den Kader heranzuführen. So wie sich z.B. auch Marcell Jansen oder Thomas Hitzlsperger während der WM 2006 ohne wirkliche Spielpraxis im Kreise derer die den Adler tragen etablieren konnten. Ansonsten ist die Vorfreude auf ein großes Turnier bei mir noch selten so verhalten gewesen wie dieses Mal. Sie wird einsetzen, ganz bestimmt. Freitagabend vielleicht, Samstagmorgen ganz bestimmt. Bis dahin gibt es aber wirklich keine nenneswerten Gründe. Für Panini-Sammelei und diverse Albernheiten aus Kindertagen bin ich schon lange viel zu erwachsen. Für Gesichtsmalerei, EM-Stimmungslieder, Fahnenkatastrophen oder etwaige schwarz-rot-geile Entgleisungen viel zu sehr Ästhet, um schon jetzt total auszuflippen. Darum können sich die Landsleute kümmern. Außerdem habe ich in meinem Leben schon zu viele Fußballspiele gesehen, um während des Turniers zum Public-viewing Geier oder Event-Fan zu mutieren. Ich harre ganz ruhig der Dinge, ohne dabei die Nerven zu verlieren. Zumindest bis Freitagabend. Oder vielleicht auch Samstagmorgen.

Gastkolumnist Dr. Theo Soph pfeift Montags beim FohlenKommandO die neue Woche an