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Von Betriebsunfällen und fehlenden Hierarchien

Der Borussen-Fan ist in der Fremde Leid gewohnt. Dies ist nichts neues und schon oft - auch an dieser Stelle - thematisiert worden. Selbstverständlich ist das Ganze auch für Journalisten ein spannendes Thema. Mittlerweile dürfte auch in Redaktionssitzungen überregionaler Sportmedien alle zwei Wochen gefragt werden: 'Woran liegt es eigentlich, dass die Borussia aus Mönchengladbach in der Fremde so schwach ist, bzw. regelmäßig versagt?' Da im Regelfall niemand diese Frage beantworten kann, wird sie natürlich an die handelnden Personen weiter gegeben. Dies sind dann also Trainer, Spieler und Manager. Langweilig wird dieses Spiel keinesfalls, sind doch alle zwei Wochen andere Auskünfte zu erfahren. Nach der ersten Saisonniederlage in der Fremde - als freilich noch niemand fragte, die Saison hatte ja gerade mal ihren zweiten Spieltag hinter sich - bemühte sich Neu-Trainer und Alt-Borusse Jupp Heynckes emsig darauf hinzuweisen, dass auch diese Niederlage in Nürnberg als Fortschritt zu sehen sei, da man ja gut gespielt habe. Und so lange man auswärts gut spiele, komme irgendwann auch dort wieder Erfolg. Ganz sicher.

Auch bei der nächsten Niederlage in Aachen meldete sich Jupp Heynckes wieder zu Wort. Nach dem spielerischen Offenbarungseid erklärte er die Leistung Borussias als einen "Betriebsunfall", was Begehrlichkeiten beim Publikum weckte. Dass es kein Betriebsunfall war, sondern wohl eher der Normalfall auf gegnerischem Platz, sollten die mitgereisten Gladbacher Fans in Bremen schmerzlich erfahren. Dem Autor dieser Zeilen, der den beschämenden Auftritt im Weserstadion miterlebte, klang das Wort vom Aachener Betriebsunfall angesichts der dargebotenen Nichtleistung wie Hohn in den Ohren.
Nun war offenbar auch der Trainer sprachlos. Jedenfalls vertraute er dem Fußball-Boulevard nun an, dass es das Beste sei, zu dem Thema zu schweigen. Denn, so seine Meinung, je mehr man drüber rede, desto größer sei keineswegs die Möglichkeit zur Besserung. Kurz darauf anvertraute er dem Journalisten dann aber doch, dass das Hauptübel wohl eine fehlende Hierarchie aufgrund verfehlter Personalpolitik in den letzten Jahren gewesen sei.

Das FohlenkommandO ist gespannt, was am 22. Oktober nach der nächsten Auswärtspleite in Berlin als Grund ausgemacht wird, bzw. welche Parolen der Fan dann zu hören bekommt. An dieser Stelle rät es den Betroffenden aber, sich spätestens dann tatsächlich nicht mehr zu dem Thema zu äußern, denn langsam wird es einfach unerträglich. Vor allem, wenn man Leistungen wie in Aachen und in Bremen live mitansehen muss. Wie wäre es einfach mal wieder mit gewinnen? Das Publikum wird dann mit Sicherheit auch spielerisch Unzulängliches mal verzeihen. Ganz sicher.


Lesen Sie morgen an dieser Stelle in der Rubrik "Die große, weite Fußballwelt" ein Interview mit dem letzten deutschen Straßenfußballer, dem weißen Brasilianer!