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Un' estate tedesca

Einen italienischen Sommer pries Gianna Nannini in ihrer WM-Hymne 'notti magiche' anlässlich der WM´90 im eigenen Land an. Nun haben wir unseren deutschen Sommer gehabt, der ziemlich genauso verlaufen ist wie der für die Italiener vor 16 Jahren. Stark gespielt, im Laufe des Turniers von einer Welle der nationalen Begeisterung bis zum fast schon sicher geglaubten WM-Sieg getrieben, der dann im Halbfinale jäh verhindert wurde. Die Italiener dürften nichts dagegen haben, wenn die WM für sie heute abend genauso endet, wie für uns Deutsche 1990. Und ich hätte ehrlich gesagt auch nichts dagegen!

Die Niederlage am Dienstag schmerzte sehr, schließlich bildeten wir uns doch alle ein, die bislang beste Mannschaft bei diesem Turnier zu sein. Mit ein paar Tagen Abstand bricht niemandem ein Zacken aus der Krone, wenn man anerkennt, dass die Azurri im Westfalenstadion eben den einen kleinen Tick besser waren. Bitter natürlich, dass sie erst gegen uns im Halbfinale in diesem Turnier angefangen haben, Fußball zu spielen - mal vom Viertelfinale abgesehen, aber da hatten sie ja auch keinen Gegner.

Schwamm drüber! Es war bis jetzt ein toller Sommer und irgendwie waren es auch magische Nächte, dank fantastischer deutscher Fußballkunst. Ja, diese Umschreibung ist bewusst so gewählt. Oder möchte jemand dem großen Cesar Luis Menotti widersprechen? Der argentinische Weltmeistercoach von 1978 sprach in einem SZ-Interview vom 30. Juni große Worte im Hinblick auf die deutsche Nationalelf. Darin spricht er davon, dass es bisher in der Fußball-Geschichte zwei WM-Turniere gegeben habe, die erheblichen Einfluss auf den Weltfußball - ausgehend vom Spielstil einer einzigen Mannschaft - gehabt habe. Er beschreibt diesen Einfluss mit dem Wort "Revolution". Das erste Turnier sei demnach 1974 gegeben, als der totale Fußball von der holländischen Mannschaft erfunden wurde. Das zweite Turnier geht heute abend zu Ende und die Revolution geht in den Augen Menottis von der deutschen Mannschaft aus. Richtig trösten kann einen die Tatsache, dass Holland 1974 auch nicht Weltmeister wurde, zwar nicht, dennoch geht dieses Urteil eines Fußballweisen runter wie Öl. Das offensive Spiel Deutschlands wird also allenthalben anerkannt und kann allen Unkenrufen zum Trotz auch erfolgreich sein.

Wer hätte das noch vor zwei Monaten gedacht? Wer hätte gedacht, dass Deutschland in einem Halbfinale gegen Italien dem Gegner auf Augenhöhe begegnet? Grämen wir uns alle nicht. Diese WM hat die deutsche Elf wieder an die anderen großen Nationen herangebracht. Vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieses WM-Sommers, den ich persönlich in sehr guter Erinnerung behalten werde. Dafür möchte ich an dieser Stelle höchst offiziell Jürgen Klinsmann für seinen Mut und Durchhaltevermögen danken. Auch ich reihe mich hiermit in die Schar derer ein, die fordern: Bitte mach weiter!

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